Der dienstälteste deutsche Stummfilm-Pianist Willy Sommerfeld ist im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben.
Produzentin und Regisseurin Ilona Ziok im Gespräch mit Willi Sommerfeld beim Dreh von »The Sounds of Silents - Der Stummfilmpianist«
Sommerfeld, der der letzte noch praktizierende Stummfilmpianist der 20er Jahre war, spielte stets spontan und komponierte den Soundtrack zum Film ohne ein Notenblatt. Seine Bekanntheit, die er in den letzten Jahren seines Lebens erlangt hatte, ist dem unter der Regie von Ilona Ziok entstandenen Dokumentarfilm »The Sounds of Silents - Der Stummfilmpianist« (
siehe auch PP 01+02/04, pdf 140kB), der mit dem Prädikat »besonders wertvoll« ausgezeichnet wurde, zu verdanken.
Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden bezeichnete den in Koproduktion mit dem NDR, der Matti Film aus Schleswig-Holstein und der Prager Vera Vista entstandenen Film der Berliner CV Films als »geradezu eine filmhistorische Sensation«. Gefördert wurde die Produktion u.a. mit Mitteln der nordmedia, der Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke in Schleswig Holstein (MSH) und der Filmförderung Hamburg.
Willy Sommerfeld, der noch im Alter von über 100 Jahren aktiv war und täglich am Klavier saß, war ein wahrer Zeitzeuge der Anfänge des Kinos und spielte u.a. für Greta Garbo, Charlie Chaplin und Emil Jannings. 1995 wurde er beim Deutschen Filmpreis mit dem Filmband in Gold geehrt. Die Internationalen Filmfestspiele in Berlin verliehen ihm 2004 eine Berlinale-Kamera und 2006 erhielt Willy Sommerfeld das deutsche Bundesverdienstkreuz am Bande für sein Lebenswerk.