Mountain Manager
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Marketing & Management - MM-Interview

Hannes Parth, Silvretta Seilbahn AG Ischgl

Ausgabe 1/2007

Mountain VIP Club – kein Eliten-Ghetto, sondern spezielles Service

Die Silvretta Seilbahn AG Ischgl bietet zur nächsten Wintersaison 07/08 ein neues Produkt an: die Mountain VIP ClubCard. Inspiriert von den USA, jedoch interpretiert für österreichische Verhältnisse, erwirbt man dabei als Mitglied spezielle Leistungen zusätzlich zur Saisonkarte. „Die Grundidee ist, dass ein spezielles Publikum ein spezielles Service bekommt, wenn es bereit ist, dafür mehr zu bezahlen. Wir wollen jedoch keine Zweiklassen-Gesellschaft schaffen, betont Vorstand Mag. Hannes Parth”, mit dem MMChefredakteur Dr. Markus Kalchgruber nachstehendes Interview führte.
Mag. Hannes Parth, Vorstand der Silvretta Seilbahn AG hier mit Popstar Pink, ist – nicht zuletzt durch die vielen legendären Konzerte auf der Idalp – an Prominenz in Ischgl gewöhnt. Das Publikum fĂĽr einen VIP Club ist auf jeden Fall vorhanden.
Mag. Hannes Parth, Vorstand der Silvretta Seilbahn AG hier mit Popstar Pink, ist – nicht zuletzt durch die vielen legendären Konzerte auf der Idalp – an Prominenz in Ischgl gewöhnt. Das Publikum für einen VIP Club ist auf jeden Fall vorhanden.
MM-FRAGE: „Wird es sich beim neuen Mountain VIP-Club um eine Art aufgewertete Saisonkarte handeln, die wesentlich mehr kann als ein übliches Lift-Ticket?”

Parth: „Ja, im Paket sind viele Zusatzleistungen inkludiert, die der Gast sonst mühsam kaufen muss, welche jedoch mit dem Skifahren nichts zu tun haben. So ist u. a. ein Parkplatz bei der Silvretta-Tiefgarage dabei, ein VIP-Zugang bei der Silvretta-Bahn (allerdings nur bei dieser Bahn!), reservierte Plätze in der VIP-Lounge, reservierte Skidepots am Berg & im Tal, Test der neuesten Skier/Snowboards, Erlebnistour mit Skiguide, Zugang zu den VIP-Lounges bei Events, kostenloser Transport zum Rodelabend inkl. Rodel, Anmietung der VIP-Lounge für private Parties usw.”

MM-FRAGE: „Wird dieses Angebot eine Premiere in Österreich sein?”

Parth: „So weit ich weiß schon in dieser Form. Die Idee kommt eigentlich aus Amerika, wobei wir diese glaube ich noch wesentlich erweitert haben. Es gibt da gewisse Lodges in den USA, die ein spezielles Service bieten, allerdings mehr auf die Ski-Restaurants bezogen. In diesen Bereich ist in Österreich auch schon Serfaus mit der 1. Ski Lounge vorgestoßen. Wir haben uns vor einigen Jahren in Vail inspirieren lassen und dann die Voraussetzungen für eine ,Österreich taugliche’ Umsetzung geschaffen. Es fehlte eine passende Location. So haben wir in den letzten Jahren sehr stark in neue Pistenrestaurants investiert, waren immer voll und konnten kaum einen ruhigeren Bereich in der Verpflegung anbieten mit entsprechendem Ambiente – obwohl wir, wie ich glaube, schon bisher sehr schöne Restaurants hatten – aber das im Sommer 2006 neu errichtete Alpenhaus ist etwas ganz Außergewöhnliches geworden.”

MM-FRAGE: „Findet dadurch eine neue Positionierung von Ischgl statt?”

Parth: „Ja insofern, dass wir zumindest einen Teilbereich wieder auf ein sehr gehobenes Niveau stellen und uns dabei abheben von der Konkurrenz – es soll ja auch nicht ganz billig sein. Wobei die Karte selbst mit 990,– Euro am Anfang nicht überaus teuer ist (zusätzlich einmalige Einschreibgebühr von 1 900,– Euro). Wir hatten schon ein Image verpasst bekommen, dass in Ischgl Aprés Ski das Wichtigste ist, und dem wollten wir bewusst entgegensteuern, damit der Zug zum Lifestyle-Mythos nicht zu stark wird. Denn wir leben ja in erster Linie vom Skifahren und vom Skigebiet. Das soll oberste Priorität bleiben und hiermit demonstrieren wir, dass wir ein hohes Niveau erreicht haben, bzw. vermarkten es. Die Nachfrage bezüglich VIP-Club ist jedenfalls da, wir erhalten relativ viel Echo.”
Das im Sommer 2006 auf der Idalp (2300 m) neu erbaute Pistenrestaurant Alpenhaus ist eine außergewöhnliche Location aus Stein und Glas mit VIP-Lounge im 1. Stock.
Das im Sommer 2006 auf der Idalp (2300 m) neu erbaute Pistenrestaurant Alpenhaus ist eine außergewöhnliche Location aus Stein und Glas mit VIP-Lounge im 1. Stock.
MM-FRAGE: „Wird Skifahren durch Produkte wie den VIP-Club generell in‘ s elitärere Licht gerückt, oder bleibt es bei Ausnahmen?”

Parth: „Nein, so etwas kann immer nur eine Ausnahme bleiben. Skifahren soll nie elitär werden, wir brauchen auch entsprechend viele Leute, um unseren Betrieb aufrecht zu erhalten. Wir haben auch ein dementsprechend breites Angebot im Restaurant-Bereich. Aber es gibt eben Leute, die sich etwas hervorheben wollen und dafür bereit sind, etwas mehr Geld auszugeben. Jene wollen wir verstärkt auch an den Ort binden und glauben, dass der VIPClub ein gutes Instrument dafür ist. Das Publikum ist sicherlich vorhanden, wir haben u. a. viel Prominenz in Ischgl, die aber meistens anonym bleiben will.”

MM-FRAGE: „Sind eigentlich Anregungen für einen VIP-Club von der Zielgruppe selbst gekommen?”

Parth: „Nein, direkte Anregungen sind nicht gekommen in diese Richtung. Wir haben jedoch schon in unseren bestehenden Restaurants festgestellt, dass immer wieder Anfragen über reservierte Bereiche und spezielle Veranstaltungen u. a. für Firmen geäußert wurden, die wir bislang nicht dementsprechend befriedigen konnten.”

MM-FRAGE: „Geht der Stil in den Skigebieten künftig in die Richtung, dass man verschiedene Zonen bereithält?”

Parth: „Also von Zoneneinteilung halte ich eigentlich wenig. Es sollte nicht irgendeine elitäre Schicht abgehoben wo sitzen, sondern es muss jeder Gast dabei sein können, um auch da hineinzugehen. Der spezielle Gast hat lediglich das Recht, in den VIP-Lounges zu reservieren. Aber ein Ghetto erzeugen darf man nicht. Denn gerade ein VIP-Gast will sehen und gesehen werden. Eine Abschottung würde nicht funktionieren. Es soll niemand abgehalten werden, auch wenn er nicht so viel bezahlt. Und wenn der VIP-Gast zu spät reserviert, kann er trotzdem nicht hinein und jemand anderen verdrängen. So etwas war von uns nie gedacht!”
MM-FRAGE: „Wird es Nachahmer geben?”

Parth: „Es wird sicher Nachahmer geben für dieses spezielle Produkt, weil eine generelle Nachfrage da ist. Der VIP-Club wird für manche Orte ein sehr gutes Instrument sein. Wir haben jetzt erst einmal mit dem Vorverkauf für die Saison 07/08 – u. a. mit einem von Mountain Management (Bregenz) gestalteten Folder – begonnen und wie o. a. bereits ein überraschend gutes Echo. Das Leistungspaket werden wir jedoch immer dynamisch halten. Im ersten Durchgang schauen wir, was aus dem Angebotspackage wirklich notwendig und gefragt ist und was eventuell fehlt. Der Phantasie sind dabei sicher keine Grenzen gesetzt.”

MM-FRAGE: „Dass es jedoch eigene VIP- Häuser gibt wie in Amerika, die man nur mit VIP-Ausweis betreten darf, ist nicht vorstellbar?”

Parth: „Nein, das möchte ich nicht. Gerade davon lebt auch Ischgl, dass wirklich jeder dabei ist. In Amerika zahlen die Leute ja teilweise 50000 Dollar, damit sie unter sich sind. Eine solche Entwicklung möchten wir vermeiden. Wir wollen die amerikanischen Verhältnisse gar nicht haben und können sie auch nicht brauchen. Gut ist die Grundidee, dass ein spezielles Publikum ein spezielles Service bekommt, wenn es bereit ist, dafür mehr zu bezahlen.”

MM-FRAGE: „Letzte Frage: gibt es Zugangsbeschränkungen und wie reagieren die VIPs?”

Parth: „Wir haben derzeit auf 300 Mitglieder limitiert und wollen jetzt auch gar nicht viel mehr haben, weil dafür ja auch eine bestimmte Betreuung notwendig ist. Es ist nämlich auch zusätzliche Men-Power für die Organisation und Abwicklung von VIP-Bereichen erforderlich. Dadurch ist es ja in einem höheren Preissegment angesiedelt. Von den Nicht-VIPs haben wir weder positives noch negatives Echo. In gewissen Internet-Foren wird leider oft ein Punkt negativ herausgegriffen, wie der eigene VIP-Zugang – der ja nur bei einer Bahn und auch dann nur bei starkem Betrieb gestattet wird – und als Benachteiligung der Einheimischen dargestellt. Da haben wir vielleicht nicht so gut kommuniziert. Noch einmal: wir wollen keine falsche Zweiklassen-Gesellschaft schaffen. Aber ein zusätzliches Geld für die Silvretta Bahnen AG kann auch eine zusätzliche Leistung rechtfertigen.”

MM: „Herr Mag. Parth, wir danken für das Gespräch.”
Das Kaffeehaus mit reservierbaren VIPPlätzen und Zugang zur Terrasse im Bedienungsteil des Alpenhauses strahlt eine entspannte, ruhige Atmosphäre aus.
Das Kaffeehaus mit reservierbaren VIPPlätzen und Zugang zur Terrasse im Bedienungsteil des Alpenhauses strahlt eine entspannte, ruhige Atmosphäre aus.
LeistungsĂĽbersicht fĂĽr VIP Club-Mitglieder
- Saisonkarte (Winter 07/08)
- Reservierte Parkplätze bei der Silvretta Tiefgarage
- VIP-Zugang bei der Silvrettebahn
- Reservierte Parkplätze in der VIP-Lounge (Vorreservierung erwünscht)
- Test der neuesten Skier/Boards
- Eigens reservierte Skidepots am Berg und Tal
- Erlebnistour in Ischgl Skiguide (Anmeldung)
- Zugang zu den VIP-Lounge bei Events (rechtzeitiges Reservieren)
- Kostenloser Transport zum Rodelabend (inkl. Rodel)
- Anmietung der VIP-Lounge fĂĽr private Parties
- Porsche Testfahrt und ABO des Porsche Magazins
- Spezielle Veranstaltungen fĂĽr die Clubmitglieder