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Marketing & Management - MM-Interview

Rudi Lapper jun., Skischule Kirchberg Mehr Transparenz durch den QUALITY AWARD

Ausgabe 1/2009

Die 195 Tiroler Skischulen genießen weltweit einen hervorragenden Ruf. Bei der jährlichen Vollversammlung des TSLV wurde erstmals das Gütesiegel „Quality Award – Snowsport Tirol 2008“ u. a. an die Skischule Kirchberg übergeben. Bewertet und überprüft wurden dabei z. B. die Betriebsorganisation und deren Ablaufeffizienz inkl. Mitarbeiterschulung, das Ausbildungsumfeld für Gäste und die Sicherheitsmaßnahmen, das Kinderland etc. Dieser weitgefächerte Forderungskatalog wird laufend von den fachlichen Gremien u. a. Tirol Werbung überprüft bzw. soll eine weitere Qualitätssteigerung im Skischulbereich bewirken. Das folgende Interview wurde mit dem „ausgezeichneten“ Skischulleiter Rudi Lapper jun. von Hans F. Popp geführt.
Interviewpartner Rudi Lapper jun., Skischulleiter von Kirchberg in Tirol. Fotos: SS Kirchberg
Interviewpartner Rudi Lapper jun., Skischulleiter von Kirchberg in Tirol. Fotos: SS Kirchberg
MM: „Schildern Sie bitte Ihren Ihr beruflichen Werdegang bis zum Kirchberger Skischulleiter im Zeitraffer.“

Lapper: „Der klassische Einstieg erfolgte über den Skisport ,als Renn- und Kaderläufer‘. Nach meiner staatlichen Skilehrerausbildung wurde ich 1992–1995 vom österreichischen Skipapst Prof. Hoppichler an das Bundessportheim St. Christoph am Arlberg, als Ausbilder für Diplomskilehrer verpflichtet. Durch diese Verpflichtung konnte ich beim INTER - SKI-Kongress 1991 in St. Anton und 1995 in NOZAWAONSEN ( Japan), als aktives Mitglied der österreichischen Demonstratorengruppe, die damalige aktuelle Skilehrtechnik präsentieren. Es folgte danach über 15 Jahre eine Ära als Skidemonstrator in Japan. Seit 1995 bin ich Leiter der nun mit dem ,AWARD‘ ausgezeichneten Skischule in Kirchberg/ Tirol. Um mein Fachwissen und internationale Erfahrung an die auszubildenden Schneesportlehrer weiterzugeben, habe ich das Angebot des Tiroler Skilehrerverbandes als Ausbildungsleiter vor einigen Jahren angenommen."

MM: „War die Award-Verleihung eine besondere Auszeichnung für ihre Skischule?“

Lapper: „Nicht nur für die Skischule, sondern auch für alle unsere Mitarbeiter und den Skischulpartnern. Speziell die Mitarbeiter werden jetzt noch mehr Spaß daran haben, ihrenSchützlingen das Carven beizubringen. Der Quality-Award ist also eine Bestätigung dafür, dass wir uns an den bisher vorgegebenen und gelebten Qualitätskriterien weiterhin orientieren werden.“

MM: „Welche Skischulbereiche waren von der Qualitätskontrolle betroffen?“

Lapper: „Es wurden alle vorgegebenen internen und externen Skischulbereiche überprüft. Zu den internen Bereichen zählte der Kundenkontakt, die Büroorganisation, Skischulumfeld, Mitarbeiterinformation, Notfallmanagement, etc. Die gleichen strengen Kriterien wurden auch bei den Partnern der Skischule im externen Bereich gefordert. Schwerpunkte waren dabei u. a. die Kinderskischule mit ihren speziellen kindergerechten Skigelände, der allgemeinen Mittagsbetreuung, Kindertransport und den von der Skischule organisierten Partys für diese Altersgruppe.“
Logo des „Quality Award“, dem neue QualitätsgĂĽtesiegel fĂĽr Tiroler Skischulen.
Logo des „Quality Award“, dem neue Qualitätsgütesiegel für Tiroler Skischulen.
MM: „Wie erkennt nun der Skischulgast eine zertifizierte Tiroler Skischule?“

Lapper: „Signifikant dabei ist das neu geschaffenen Logo, dass auch als Markenplattform dient. Der Gast erkennt dieses Qualitätsgütesiegel sofort auf der Homepage, im Skischuleingangsbereich etc. und kann sich darauf verlassen, dass diese Skischule den hohen Ansprüchen einer strengen Qualitätskontrolle gerecht wurde.“

MM: „Gibt es einen Vorteil für die Skischulgäste durch das Qualitätssiegel?“

Lapper: „Dem Skischulgast wird noch mehr Transparenz bei der Auswahl der Skischule angeboten. Das komplette und überprüfte Leistungsspektrum einer Skischule steht somit dem Gast zur Verfügung. Er kann nun wesentlich leichter entscheiden, welche angebotenen Leistungen er für sich selbst wählt oder welche Leistungen er weiter empfiehlt. Dabei kann es sich um Leistungen im Behindertensport handeln, oder für eine ganze Gruppe, wie dem 50 PLUS –Bereich.“
Rudi Lapper war früher nach der staatl. Skilehrerausbildung Renn- und Kaderläufer sowie Skidemonstrator in Japan. Heute fungiert er u. a. auch als Ausbildungsleiter des Tiroler Skilehrerverbandes.
Rudi Lapper war früher nach der staatl. Skilehrerausbildung Renn- und Kaderläufer sowie Skidemonstrator in Japan. Heute fungiert er u. a. auch als Ausbildungsleiter des Tiroler Skilehrerverbandes.
MM: „Wurden die Qualitätskriterien von den Skilehrern mitgetragen?“

Lapper: „Selbstverständlich! Zufriedene Mitarbeiter sind das wertvollste Gut in einem Unternehmen. Umso mehr wir unsere Mitarbeiter in den bestehenden Qualitätsprozess einbinden, umso größer ist die messbare Gästezufriedenheit. Wir legen daher besonderen Wert auf eine funktionierende interne Kommunikation, wobei jeder Skilehrer seine Ideen konstruktiv einbringen kann oder die unserer Gäste. Die Rückmeldung unserer Gäste – über aufgelegte Fragebögen – werden analysiertund geben Aufschluss darüber, wie Skilehrer, das Skischulumfeld, etc sich positiv oder negativ präsentiert.“

MM: „Hat der Qualitätscheck ein Verbesserungspotential in der Skischule aufgezeigt?“

Lapper: „Betriebsblindheit ist ein Faktor, der in jedem Betrieb einmal Einzug hält. Selbstverständlich wirkt eine Qualitätsprüfung wie ein Spiegel, der dem Unternehmen vorgehalten wird. Dann erst erkennt man die Lücken zwischen dem Unternehmen und dem Skischulgast. Dazu ein einfaches Beispiel aus der Quality-Auswertung: Seit Jahren beschäftigt unsere Skischule einen eigenen Skilehrer für die Videoanalyse. Dieser „Kameraskilehrer“ ist während der Unterrichtszeit auf den Pisten unterwegs, um die ausgewählten Skigruppen live zu erfassen. Diese Videoanalyse der Skischulgäste und der fachliche Skilehrerkommentar dazu bilden danach eine Einheit und soll so den Lerneffekt der Gäste verstärken – eine Serviceleistung unserer Skischule, die bisher nicht beworben wurde. Durch die Qualitätsprüfung erfolgt jetzt ein Hinweis auf dieses kostenlose Zusatzservice.“

MM: „Werden für die kommende Saison neue Dienstleistungen angeboten?“

Lapper: „Es gibt kein perfektes Unternehmen für Dienstleistungen – auch wir sind dies nicht. Wir versuchen aber immer gerne Anregungen in unsere Konzepte einzubinden. Derzeit ist sicher die 50 PLUS -Generation, Wieder- Einsteiger und abgestimmte Frauenkurse in der Skischule ein Thema. In enger Kooperation mit den Hoteliers, der Bergbahn und uns lassen sich sicher neue und kreative Geschäftsfelder eröffnen – zum Vorteil aller. Sicher ist jedoch, dass 50PLUSKursevon uns nächste Saison extra  angeboten und als Schwerpunktthema beworben werden.“
Die Skischule Kirchberg ist auch fĂĽr ihr „No Handicap-Service“, – die Leistungen im Behindertensport – bekannt.
Die Skischule Kirchberg ist auch für ihr „No Handicap-Service“, – die Leistungen im Behindertensport – bekannt.
MM: „Ist die Präsentation der Skischule in den elektronischen Medien ein ,Marketing-Plus‘?“

Lapper: „Unsere Homepage wird ständig erneuert und den Geschäftsfeldern angepasst. Wir wollen noch näher an den Gast mit unserem Informationsangebot. Durch diesen Zertifizierungsprozess werden bisher nicht genützte Skischulressourcen wiederentdeckt und angesprochen. Dazu zählt sicher unser „no Handicapservice“ mit geprüften SchneesportlehrerInnen, oder die Aktivitäten der Skischule im Verband der Tourismuswirtschaft. Dabei wollen wir den sportlichen Stellenwert der Skischule durch Vorführungen herausheben wie z. B. bei der Neujahrsparty oder der Happy Skinight auf unserer Skiwiese. Kurze Videosequenzen sollen für Gäste auf der Homepage bereitgestellt und als Marketing-Plus verstanden werden. Auch unsere Partner wie z. B. die Tirolwerbung und der Tiroler Skilehrerverband, Bergbahnen, Tourismusverband, uvm. sind ein wesentlicher Eckpfeiler in unserer elektronischen Vernetzung ganz frei nach dem Motto: Sie erreichen uns überall!“

MM: „Schwerpunkte der Skischule in der Saison 2008/2009?“

Lapper: „Die aufgezeigten Verbesserungsmöglichkeiten wollen wir schon in dieser Saison beginnen ,abzuarbeiten‘. Verbesserungsmöglichkeiten sind aber auch wesentlicher Punkt in der Mitarbeitermotivation. Sie sollen jetzt verstärkt in diesen Chance- Prozess eingebunden werden bzw. sich zur Qualitätssicherung einbringen.“

MM: „Die Zukunft des „Quality Award-Snowsport Tirol“?

Lapper: „Eine Zukunftsweisende Idee für den Skischulgast und die Skischulen. Viele Tiroler Skischulen werden die Gunst der Stunde nutzen und ihren Betrieb ebenfalls einer strengen Qualitätsüberprüfung unterziehen. Der Gast hat so ein weiteres Kriterium bei der Wahl seines Urlaubstandortes und seiner persönlichen Skischule.“

MM: „Herr Lapper, wir danken für dieses Interview und nochmals Glückwünsche zum Quality-Award.“