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Marketing & Management - Studien

Was will der Tagesgast?

Ausgabe 08/2011

Eine Studie der MANOVA im Auftrag  des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs zeigt: Bei TagesgĂ€sten ist Schnee das wichtigste Kriterium fĂŒr die Wahl des Skigebietes. Der Preis hingegen ist fĂŒr die Entscheidung nicht so bedeutend.
Schneesicherheit und SchneequalitĂ€t sind entscheidend fĂŒr den Tagesgast. Foto: Ski-Arlberg
Schneesicherheit und SchneequalitĂ€t sind entscheidend fĂŒr den Tagesgast. Foto: Ski-Arlberg
„Ob Stammkunden, Wiederbesucher oder Neukunden – Skigebiete können bei den Skifahrern und Snowboardern vor allem mit guten SchneeverhĂ€ltnissen, der GrĂ¶ĂŸe und Pistenvielfalt sowie der Lage/Erreichbarkeit punkten. Der Preis spielt eine eher untergeordnete Rolle“, erlĂ€uterte Dr. Erik Wolf, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs, bei einer Pressekonferenz in Sölden die Kernergebnisse einer vom Fachverband in Auftrag gegebenen Untersuchung des „Wintersport-Tagesgastes“. Das Marktforschungsunternehmen MANOVA hat dafĂŒr 4 988 deutschsprachige alpine Wintersportler aus der GĂ€stebefragung SAMON-Seilbahnen ĂŒber den gesamten letzten Winter online befragt.

Schneesicherheit und SchneequalitÀt
Was muss ein Skigebiet also bieten, damit es Skifahrer und Snowboarder fĂŒr einen Tagesausflug besuchen? Insgesamt stehen drei Faktoren im Vordergrund: der Schnee, GrĂ¶ĂŸe und Angebot sowie die Lage bzw. Erreichbarkeit. Hinsichtlich des Schnees erwarten sich die TagesskigĂ€ste vor allem Schneesicherheit, die ganz klar ausschlaggebend ist, ob man ein Skigebiet prĂ€feriert oder nicht. Und dafĂŒr sind sie auch bereit (mehr) zu zahlen.
Die SchneequalitĂ€t steht jedenfalls im Vordergrund, das zeigt auch die hohe Bedeutung der PistenprĂ€parierung fĂŒr Zufriedenheit und Auswahl eines Tagesgastskigebietes. Der Einsatz von technischer Beschneiung ist aus wirtschaftlicher Sicht unumgĂ€nglich. „Die technische Beschneiung ist fĂŒr die Sicherung des Skibetriebs heutzutage unverzichtbar“, erklĂ€rte Wolf. „Die Studie beweist einmal mehr, dass sich die Investitionen der letzten Jahre in die Beschneiung bezahlt gemacht haben. Mit knapp 70% beschneibarer PistenflĂ€che in Österreich können wir die WĂŒnsche und Anforderungen unserer GĂ€ste bestens erfĂŒllen.“
Was die Erreichbarkeit des Skigebietes betrifft, so sind es nur 15 % der Befragten, die in ein Skigebiet in unmittelbarer NĂ€he fahren möchten und höchsten bis zu 30 Minuten Fahrtzeit fĂŒr einen Tagesskiausflug in Kauf nehmen. Wolf: „Bei der Konkurrenzbeobachtung sollten Seilbahnbetreiber also nicht nur ihre unmittelbaren Nachbarn im Auge behalten, denn immerhin akzeptieren 2/3 der Skifahrer Anfahrtszeiten von 60 Minuten und mehr.“
Die Entscheidung, wohin die Wintersportler fahren, wird eher kurzfristig getroffen. Fast die HĂ€lfte der Skifahrer entschließt sich am Vortag oder gar am selben Tag fĂŒr die Destination. Dass man ĂŒberhaupt einen Tagesskiausflug machen wird, beschließen 50% zwischen zwei Tagen und einer Woche davor. Wolf fasst zusammen: „Insgesamt werden TagesausflĂŒge somit kurzfristig geplant, wobei situative Faktoren wie das Wetter und die SchneeverhĂ€ltnisse natĂŒrlich eine große Rolle spielen. Die TagesausflĂŒgler machen im Durchschnitt zehn TagesausflĂŒge pro Saison.“
Was die Lage/Erreichbarkeit angeht, so sind die Zufahrtsmöglichkeiten und -wege zum Skigebiet fĂŒr die Akzeptanz ganz entscheidend. FĂŒr den Tagesgast sind die GrĂ¶ĂŸe des Skigebietes und die Pistenvielfalt ausschlaggebend. D. h. kann ein Skigebiet trotz ungĂŒnstigem Anfahrtsweg mit guter Schneemenge und ansprechender GrĂ¶ĂŸe aufwarten, sind die Skifahrer durchaus bereit, fĂŒr einen Tagesausflug weitere Anreisezeiten zu akzeptieren. „Ein großes, schneereiches Skigebiet hat auch ein grĂ¶ĂŸeres Einzugsgebiet – fĂŒr kleine ohne Schneesicherheit sind Ballungszentren in der NĂ€he lebensnotwendig“, weiß Wolf.
Langfristig punktet man nur mit QualitÀt. Foto: Planai-Hochwurzen-Bahnen-GmbH
Langfristig punktet man nur mit QualitÀt. Foto: Planai-Hochwurzen-Bahnen-GmbH
QualitÀt entscheidet
Insgesamt betrachtet spielt der Skipasspreis eine eher untergeordnete Rolle, wenn es um die Entscheidung fĂŒr oder gegen ein Skigebiet geht. Dies gilt ganz besonders fĂŒr StammgĂ€ste und Wiederbesucher. Kennen Skifahrer ein Skigebiet nicht, rĂŒckt der Preis allerdings weiter in den Vordergrund, wenn auch die Top drei Entscheidungskriterien dieselben bleiben. Dies bedeutet fĂŒr Skigebiete, dass Neukunden durch einmalige Preisaktionen gewonnen werden können. Langfristig punktet man nur durch QualitĂ€t! Wird der Kunde beim ersten Besuch zufriedengestellt, ist die Wahrscheinlichkeit eines Wiederbesuchs sehr hoch.
Bei den Skifahrern handelt es sich generell um informierte Konsumenten, die in ihren Erwartungen selten enttĂ€uscht werden. Immerhin wĂŒrden 96 % der Befragten ihr zuletzt besuchtes Skigebiet wieder besuchen. FĂŒr den Großteil der restlichen 4 % ist das Skigebiet zu klein. Bei der Reihung der Ausschlusskriterien stehen Skipasspreis und Wartezeiten im Ranking eher weit unten. Nur 1 % aller Skifahrer nennt den Preis als Grund, weshalb man ein Skigebiet nicht mehr aufsuchen will. Auch lange Wartezeiten an den Liften sind ein untergeordnetes Ausschlusskriterium. Man nimmt fĂŒr gute SchneeverhĂ€ltnisse und eine geringe Distanz zum Wohnort durchaus lĂ€ngere Wartezeiten an den Liften in Kauf.