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Marketing & Management - Tagungen & Messen

Seminar O.I.T.A.F. 2009: Richtlinie 2000/9/EG - elektrische Seilbahnausr√ľstung

Ausgabe 4/2009

Die Interalpin in Innsbruck bildete auch dieses Jahr wieder den Rahmen f√ľr ein Seminar der internationalen Seilbahnvereinigung O.I.T.A.F. Diskutiert wurde das Thema "Erfahrungen in der Anwendung der Richtlinie 2000/9/EG bei den elektrischen Ausr√ľstungen von Seilbahnanlagen".
Dr. Heinrich Brugger, Generalsekretär der O.I.T.A.F. Fotos: dwl
Dr. Heinrich Brugger, Generalsekretär der O.I.T.A.F. Fotos: dwl
Am 24. April trafen sich die Experten der O.I.T.A.F. im Saal "Br√ľssel", Kongresszentrum Innsbruck, zum "Elektrotechnik-Seminar". Begr√ľ√üt wurden die Teilnehmer von Dr. Heinrich Brugger, Generalsekret√§r der O.I.T.A.F., der sich f√ľr die zahlreiche Teilnahme bedankte und die Seminarleitung an Dipl.-Ing. Fredy Lang, IWM - Inspektionsstelle Seilbahnen, Glattbrugg /CH) √ľbergab.
Als erster Referent zeigte Erich Megert, SISAG, Altdorf (CH) die "Richtlinie 2000/9/EG aus der Sicht eines Herstellers aus der Schweiz" auf. Er präsentierte die Rechtsgrundlagen der Schweiz und ortete Konfliktpotenzial sowohl mit den Behörden hinsichtlich Rollenverständnis, benannter Stellen und Sachverständiger, mit den Betrieben hinsichtlich Sorgfaltspflicht und mit Herstellern in Bezug auf Zertifizierung und Internationalität.
Ernst Rahnefeld, Konsulent und externer Sachverständiger in Seilbahngenehmigungsverfahren.
Ernst Rahnefeld, Konsulent und externer Sachverständiger in Seilbahngenehmigungsverfahren.
Ernst Rahnefeld, Konsulent und externer Sachverst√§ndiger in Seilbahngenehmigungsverfahren, Innsbruck (A), stellte die Sichtweise eines Gutachters in den Mittelpunkt seiner Ausf√ľhrungen. Obwohl man bei der Erstellung von Gutachten an die gesetzlichen Vorgaben gebunden w√§re, komme der langj√§hrigen Erfahrung von Gutachtern gro√üe Bedeutung zu. Sie bringe klare Vorgaben an die Hersteller und h√§ufig zeitliche Vorteile in der Erstellung von Pr√ľfunterlagen.
Ernst Fuchs, DOPPELMAYR Seilbahnen GmbH, Wolfurt, beschloss die erste Vortragsrunde mit "Denkanst√∂√üen f√ľr den Ersatzteiltausch und Umbauten von Altanlagen". Er zeigte mit Hilfe von Praxisbeispielen auf, dass Forderungen von Seilbahnunternehmen nach Konformit√§tsbescheinigungen und/oder einer Konformit√§tserkl√§rung h√§ufig nicht zu erf√ľllen w√§ren. Doppelmayr stelle in solchen F√§llen sogenannte "Auswirkungsanalysen" f√ľr den Umbau einer Anlage aus bzw. anstelle der Konformit√§tserkl√§rung eine "Herstellererkl√§rung", in der ein mindestens gleiches Sicherheitsniveau best√§tigt werde, wie vor dem Umbau vorhanden.
Ernst Fuchs, DOPPELMAYR Seilbahnen GmbH.
Ernst Fuchs, DOPPELMAYR Seilbahnen GmbH.
Erfahrungen aus Deutschland, Frankreich und Italien
Nach der Mittagspause begann die Reihe der Referate mit Johann Disl, T√úV S√ľd Industrie-Service GmbH, M√ľnchen (D). Nach der Vorstellung des Unternehmens, das auf 50 Jahre Erfahrung bei der √úberpr√ľfung von Seilbahnen verweisen k√∂nne, widmete er sich der "Sicherheit moderner Seilbahnen durch den Einsatz zertifizierter elektrischer Sicherheitsbauteile und Teilsysteme". Das modulare System der europ√§ischen Seilbahnrichtlinie habe gro√üe Vorteile, wie etwa die Vermeidung von Mehrfach-Pr√ľfungen bei Teilsystemen und Sicherheitsbauteilen und sei f√ľr Standardprodukte aus einer Hersteller-Hand gut geeignet. Dar√ľber hinaus w√ľrden durch sie aber auch die Anzahl der am Projekt beteiligten Stellen erh√∂ht und Schnittstellen geschaffen. Solche Schnittstellen wurden als "Teil eines Systems" deklariert, "das dem Austausch von Informationen, Energie oder Materie mit anderen Systemen dient. Eine Schnittstelle wird durch eine Menge von Regeln beschrieben, der Schnittstellenbeschreibung." Das Schnittstellen-Defizit f√ľhre dann allerdings dazu, dass ein Gef√§hrdungsbild insbesondere bei Auftreten eines Fehlers nicht sicher vermieden und deshalb die Sicherheit verringert werden k√∂nne. Schnittstellendokumente m√ľssten deshalb den Anwendungsbereich und Grenzen der Anwendung genau definieren sowie die Anforderungen an andere Teilsysteme. Die Abstimmung der Schnittstellendokumente solle zwischen dem Hersteller und der benannten Stelle mit der Ma√ügabe erfolgen, dass eine Einbindung in die Gesamtanlage ohne Schnittstellen-Defizite m√∂glich werde.
F√ľr Frankreich gab Fabrice Jacquier, Soci√©t√© SEMER, Le Fayet (F), Einblick in die dortigen Erfahrungen von elektrischen Sicherheitsfunktionen bei Seilbahnen. G√ľnter Tschinkel, LEITNER AG, Sterzing (I), widmete sich dem "Teilumbau der seilbahntechnischen elektrischen Ausr√ľstung einer Anlage" an einem italienischen Beispiel. Nach der Pr√§sentation der gesetzlichen Bestimmungen stellte er den Fall einer Revision der E-Anlage einer automatischen Umlaufbahn vor. Die Problemstellung lag dabei in der Klassifizierung der √úberwachungsfunktion, den Schnittstellen und der Abgrenzung zum Altbestand. In der Ausf√ľhrung hatte man sich als Ziele gesetzt, die Sicherheit der Anlage m√∂glichst heutigem Standard anzupassen, die Verf√ľgbarkeit der Anlage zu erh√∂hen und einem Ausfall der Sensorik im Betrieb vorzubeugen.
dwl