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MM Magazin - Trends

Die Zeit für Bullriding ist gekommen

Ausgabe 7/2005

Die Downhill-Go Karts der Fa. Rollsurfing Funsport GmbH aus Parkstein bei Weiden (D), erfreuen sich seit der letzten Interalpin großer Nachfrage. Die Pilotanlage in Lenggries (Oberbayern) erweckt Sommer-Hoffnungen bei den Schleppliftbetreibern.
Die Bullcarts sorgen für Nervenkitzel beim Downhill auf bewirtschafteten Skihängen im Sommer. Foto: Rollsurfing
Die Bullcarts sorgen für Nervenkitzel beim Downhill auf bewirtschafteten Skihängen im Sommer. Foto: Rollsurfing

Die Erfindung des Oberpfälzers Karl Kroher beschert Sommertouristen Abfahrtsfreuden und Schleppliftbetreibern eine Marktlücke. Den Anstoß zur Entwicklung eines Sommer- Funsportgerätes gab 1998 ein österreichischer Liftbetreiber. Herausgekommen ist nach Jahren der Tüftelei der "Bullracer", ein 45 kg schwerer, geländegängiger Dreiräder mit Motorrad-Scheibenbremsen, breitem Lenker und dicken Gummireifen. Die Füße in eisernen Stützen und den Sitz samt Gurt knapp über dem Boden (tiefer Schwerpunkt) saust man bis zu 40 km/h schnell über die im Sommer bewirtschafteten Skihänge. Das flache Fahrwerk ist eine Stahlkonstruktion, die schräg gestellten Hinterreifen sollen garantieren, dass es nur schwer kippt. "Alpine Hochlagen sind tabu", sagt Kroher, "wir wollen nicht die Sünden der Mountainbiker in den Bergen wiederholen." Die Sicherheit wurde vom TÜV bescheinigt, auch der Segen des Landsratsamtes und Bergamtes liegt vor. Den hat vor allem die Pilotanlage in Lenggries bei der Brauneckbahn gebraucht, die seit Juli letzten Jahres bei der Ausflugsgaststätte "Alte Mulistation" in Betrieb ist.


Viele wollen nicht mehr aufhören
Liftbetreiber Sepp Wohlmuth spricht von großem Erfolg, 10000 Fahrten habe er schon im ersten Jahr bis Oktober mit den 15 Bullcarts verkauft. Und zwar um 8 Euro für 4 Fahrten. Die heurige Saison hat er um 5 weitere aufgestockt - Stückpreis je 2 500 Euro, um die fallweisen Wartezeiten zu verkürzen. Auch wurde der 750 m lange Hang mit 90 m Höhendifferenz in einen Slalomkurs mit weiten Bögen umgestaltet. Der Rück-Transport funktioniert einfach am Haken des Schleppliftes - so einfach, wie der Umgang mit dem Bullcart selbst, für den auch Kinder nur eine kurze Einweisung brauchen. Ursprünglich entwickelt für die Zielgruppe "Jugendliche", denen der Bergsommer zu fad ist, zeigt die Praxis, dass die ganze Familie Spaß an diesem Geländeflitzer hat - bis zum Opa mit 75. "Ein Wahnsinnskick ist das, viele wollen nicht mehr aufhören, wenn sie es ausprobiert haben", schildert Wohlmuth seine Betreiber-Erfahrungen. Gottseid ank, denn er setzt große Hoffnungen in die Bullcarts: "Im Sommer läuft das Geschäft nicht von selbst, da musst du den Gästen etwas bieten."

Rücktransport mit dem Schlepplift.
Rücktransport mit dem Schlepplift.
Es kommt ins Rollen
Inzwischen kann man auch in Garmisch Partenkirchen mit 10 und am Hohen Bogen (Bayrischer Wald) mit 5 Bullcarts fahren. Interessenten gibt es sowohl aus dem deutschen Mittelgebirge als vor allem auch aus der Schweiz. Auf der Interalpin sind sogar Anfragen aus Korea, Japan und Russland eingegangen. Es zeichnet sich ein wesentlich größeres Interesse der Branche an Sommeraktivitäten in den Skiresorts als früher ab. Ist die Zeit fürs Bullriding gekommen?
mak


Infos
Karl Kroher
Tel.:+49/9602-6642
E-Mail: rollsurfing@t-online.de
Internet: www.bullracer.de