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MM Magazin - Trends

Premiere in den Alpen: Der Fisser Flieger

Ausgabe 5/2006

Die Fisser Bergbahnen haben ihren Sommer Funpark um eine bislang in den Alpen einmalige Attraktion bereichert: ein Fluggerät, das einem Doppeldecker oder Drachen ähnlich ist und 4 Passagiere mit 83 km/h am Seil über das Tal brausen lässt! Errichtet wurde die 750000 Euro-Investition von der Stahl- & Maschinenbau GmbH. Alfred Rodlsberger aus Piesendorf bei Zell/See.
Die neue Attraktion auf der Möseralm, der Fisser Flieger, lässt einen wie Ikarus fühlen. Fotos: Fisser Bergbahnen
Die neue Attraktion auf der Möseralm, der Fisser Flieger, lässt einen wie Ikarus fühlen. Fotos: Fisser Bergbahnen

Seit 19. Juli kann man sich auf der Möseralm wie Ikarus fühlen und über den Baumwipfeln schweben. Der neue Fisser Flieger ermöglicht nämlich einen simulierten Flug in 47 m Höhe, gesichert mit einem Drachenflieger-Gurt. Dabei wird das Flugmanöver mittels Seilbahnkonstruktion für den Benutzer automatisch durchgeführt. Ohne Vorkenntnisse zu brauchen, wird er mit der Pilotenweste sicher am Fluggerät befestigt und zunächst mit 40 km/h rückwärts am 28 mm Seil hochgefahren. Nach einem kurzen Halt auf der 100 m höher gelegenen Bergstation beschleunigt der Sky Glider auf der 700 m langen Strecke talwärts bis auf 83 km/h, dass einem kurz fast die Luft wegbleibt. Wenn nicht der Fahrtwind, dann würde einem sowieso die Vogelperspektive den Atem rauben, wie auch MM-Chefredakteur am eigenen Leib bei einem Testflug erfahren durfte!
Kurz vor der Einfahrt in die Talstation wird der "Flug" abgebremst, langsam gleitet der Flieger in die Startposition. Nach dem anschließenden Passagierwechsel wird der Sky Glider erneut mit 40 km/h in Richtung der Kerrbodenabfahrt hochgezogen.
"Wer es einmal gemacht hat, wird zum Wiederholungstäter", kommentieren viele Benutzer den neuartigen Spaß.

 

Auch Winter- und Nachtbetrieb möglich
Die Fisser Bergbahnen erwarten sich bereits im ersten Jahr über 100 000 Fahrten. Der Betrieb ist nicht auf die Sommermonate beschränkt, sondern wird auch im Winter stattfinden - als Flug über die Skipisten - und einmal pro Woche auch am Abend als "Nachtfliegen". Für einen sicheren Betrieb sind zwei Mitarbeiter erforderlich.
Die Anlage selbst wurde in verzinkter Stahlbauweise erstellt und besteht aus der Talstation mit Zugang und Ausstieg sowie der Bergstation mit Antrieb, Seilspannung und Technik. Die Gründung erfolgtemit Stahlbeton-Einzelfundamenten. Das 700 m lange Tragseil ist ohne Stützen zwischen den Stationen gespannt. Die Trasse verläuft über einem Schlepplift bzw. Pisten. Der Zugang bei der Talstation samt dem Vorbereitungsbereich für die Gäste-Adjustierung sowie der getrennte Ausstieg erfolgt über eine dreiläufige Stahl-Treppenanlage mit Zwischenpodesten.

Mit 83 km/h den Sommer Funpark überfliegen.
Mit 83 km/h den Sommer Funpark überfliegen.
Technische Details
Der Laufwagen ist so konstruiert, dass das Tragseil von beiden Laufrollenpaaren umschlossen ist. Er wird mit einem umlaufenden Zugseil
berg- und talwärts bewegt. Der Glider selbst verfügt über Halte-Bügel, Fußaufnahme und Personen-Gurtaufnahme für vier Personen.Dies ist übrigens eine vom Drachen-Flugsport weiterentwickelte und vom TÜV-geprüfte Variante von Halte-Anhängegurten.
Der Elektroantrieb mit Planetengetriebe ist umrichtergesteuert und ermöglicht drei verschiedene Flugprogramme.
Die beiden links und rechts an die Antriebsscheibe angebauten Bremsen sind systemgleich, arbeiten aber unabhängig voneinander.
In der Talstation halten Einlaufkufen und eine Ausnehmung im Podestboden den Sky Glider in Position. Das Unterteil des Fluggerätes ist seitlich schwenkbar am Personenaufnahmerohr gelagert. Zwei Stoßdämpfer mit Stahlfeder fangen die Stöße beim Einfahren ab.
Von der Talstation wird das Fluggerät zunächst rückwärts mit 40 km/h zur Bergstation hochgezogen.
Von der Talstation wird das Fluggerät zunächst rückwärts mit 40 km/h zur Bergstation hochgezogen.

Aufgaben des Personals
Das Personal hilft natürlich den maximal vier Passagieren, die Pilotenweste richtig anzuziehen und den Gurt am Glider einzuhängen. Sobald alle Stahlhaken über die zentrale Stange verriegelt und gesichert sind, kann per Knopfdruck die Fahrt vom Bedienpersonal am Bedienpult in der Talstation gestartet werden.
Während der Fahrt muss der Bediener die Fluggäste beobachten und kann mit der Not-Aus-Taste jederzeit eine mechanische Bremsung einleiten. Über unplanmäßige Zwischenfälle werden die Gäste über Lautsprecher an den beiden Stationen informiert.
Die Firma Rodelsberger - ein kleines aber feines Unternehmen aus dem Salzburger Land - hat mit dem Fisser Flieger wiederum einen Maßstab in der Freizeitbranche gesetzt. Bergbahnen-Geschäftsführer Alois Geiger war jedenfalls mit der hochwertigen Arbeit und schnellen Abwicklung der Piesendorfer Stahlbaufirma sehr zufrieden. "Kreative
Ideen, innovative Planung und die zuverlässige Realisierung anspruchsvoller Projekte sind unsere Stärke", bekennt Alfred Rodlsberger.
mak

 

Daten Fisser Flieger
Errichter: Fa. Alfred Rodlsberger
Länge: 670 m
Höhendifferenz: ca. 100 m
Bodenabstand: max. 47 m
Gewicht Glider: 630 kg
Ø Tragseil vollverschlossen: 28 mm MBK (KN) 800
ø Zugseil: 13 mm MBK (KN) 120
Bergfahrt: 10 m/s, 90 sek.
Talfahrt: 22 m/s, 45 sek.
Fahrtdauer: ca. 5 Min. mit Auffahrt
Durchschn. Taktzeit: 3-4 Glider/min.
Kapazität: 65-100 P/h
Mindestalter: 10 Jahre
Mindestgröße: 130 cm