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MM Magazin - Trends

Freestyle im Sommer auf der Wasserschanze

Ausgabe 5/2008

Der Wintersportverein Oberaudorf in Bayern hat eine interessante Klammer zwischen alpinem Winterund Sommersport realisiert: eine Freestyle-Wasserschanze am örtlichen Luegsteinsee. Unterstützt wurde das Projekt vom Deutschen Skiverband, der hier nun einen weiteren Leistungsstützpunkt zur Verfügung hat. Es sollen jedoch auch die Szene der New School und Freestyler im Breitensport angesprochen werden.
Die Freestyle Wasserschanze in Oberaudorf (Bayern) wurde am 27.07. mit einem spektakulären Springen eröffnet. Fotos: Wolfgang Schmidt
Die Freestyle Wasserschanze in Oberaudorf (Bayern) wurde am 27.07. mit einem spektakulären Springen eröffnet. Fotos: Wolfgang Schmidt
Am 27. Juli war es endlich soweit: nach eineinhalb Jahren Vorbereitung und harter Arbeit der Freestyler vom WSV Oberaudorf konnte die VIKING-Wasserschanze mit dem schnellen und robusten SKITRAX-Allwetterbelag aus Neuseeland eingeweiht werden. Mit über 10 m Höhe und einen Schanzenanlauf von über 20 m werden die Athleten bis zu 10 m in die Luft getragen, um dann mehr oder weniger sanft im Wasser zu landen. Gleich neben der Wasserschanze aus Lärchenholz steht ein professionelles Bodentrampolin, zwei Beachvolleyballplätze und ein Soccer Fussballplatz – alles eingebettet in einer wunderbaren Berglandschaft, direkt am See. Ein perfektes Ambiente für Springer und Zuschauer – dies hat sich der Hauptsponsor VIKING (Langkampfen, Tirol) auch gedacht und sich für 4 Jahre den Schanzennamen gesichert! Jedenfalls trifft sich am Luegsteinsee die Jugend der Freestyle-Szene, denn hier können die extremen Sprünge erst auf dem Trampolin erlernt und dann auf der Wasserschanze verfeinert werden. Wer es dann gut kann, fährt 1,5 Stunden weiter zum Hintertuxer Gletscher und wendet seine neuen Stunts auf der Schneeschanze an.
Die 10 m hohe Schanze mit 20 m Anlauf wurde aus Lärchenholz gefertigt, wobei die Eigenleistungen der Jugendlichen aus der Region eine wesentliche Stütze der gesamten Bauarbeiten waren.
Die 10 m hohe Schanze mit 20 m Anlauf wurde aus Lärchenholz gefertigt, wobei die Eigenleistungen der Jugendlichen aus der Region eine wesentliche Stütze der gesamten Bauarbeiten waren.
Eine Schanze für alle
Diese auf ihre Art im süddeutschen Raum und Österreich einzige Wasserschanze versteht sich als Schanze für alle: ob Mitglieder der Freestyle Nationalmannschaften, die den Salto vorwärts oder rückwärts perfektionieren wollen, oder Freestyler, die den Doppelsalto mit Schraube nicht nur gehockt sondern auch gestreckt springen wollen, oder die Skicrosser, die zu zweit den Start und das Reaktionsvermögen in der Luft üben – oder einfach nur Skifahrer und Snowboarder, die froh sind, wenn sie wenigstens den Absprung von der Schanze sicher schaffen! Gesprungen werden kann unter Aufsicht von eingewiesenem Personal des WSV Oberaudorf an Wochenenden bei entsprechender Witterung und nach Vereinbarung (10 Euro/Tag inkl.großes Bodentrampolin). Die Benutzer springen eigenverantwortlich durch Unterzeichnung einer Athletenerklärung und Leistung einer Nutzungsgebühr zum Erhalt und Betrieb der Schanze. Helm und Schwimmweste sind Pflicht. Die Schanze mit zwei verschiedenen Absprüngen ist geeignet für Jugendliche ab 12 Jahren – gutes skifahrerisches Können (und Schwimmen!) vorausgesetzt.
Ausgegangen ist die Initiative für die Schanze von Thomas Brandlhuber, in den 70er Jahren einer der besten Freestyler Deutschlands. Sein Ziel war es, diesen Sport im Inngau und Chiemgau zu etablieren und nach Peiting im Allgäu einen weiteren Trainingsstützpunkt zu installieren. Gemeinsam mit Statikern und Holzfachleuten wurde die Konstruktion der Schanze im Herbst 2007 erarbeitet. Wesentlich waren die Fragen „wie hoch, wie steil, wen will man ansprechen“, um die richtige Konstruktion entwerfen zu können. Oberaudorf entschied sich für den Typ des Einsteigers. Wegen des relativ milden und schneearmen Winters am Luegsteinsee konnten die ersten Baumaßnahmen schon im Jänner 2008 mit dem Zuschneiden der Holzbalken und der Erstellung des Rohbaus begonnen werden. Eine wesentliche Stütze der gesamten Bauarbeiten waren die erheblichen Eigenleistungen des gesamten „Audorfer Freestyle Teams“, einer Gruppe von 12 Jugendlichen.
Das Verlegen des robusten Belages SKITRAX ist rasch und problemlos möglich. In Oberaudorf waren die Jugendlichen fleißg am Werken.
Das Verlegen des robusten Belages SKITRAX ist rasch und problemlos möglich. In Oberaudorf waren die Jugendlichen fleißg am Werken.
Der schnelle Belag aus SKITRAX
Im Februar traf nach langer Reise auch der Belag für die Schanze direkt aus Neuseeland ein. Mit SKITRAX wurde ein Belag gewählt, der auf den besten und größten Schanzen der Welt (z. B. Jabuli Ski Resort und Shenyang Sport University – Shenyang in China, Utah Olympic Park, Steamboat Colorado, Lake Placid, alle USA, Centre National d’Entraînement Acrobatique – Lac- Beauport, Québec, Kanada) benutzt wird. Aufgrund der Produktionszeit und langen Transportreise musste die Bestellung der ca. 100 m2 Kunststofffliesen schon Ende Oktober 2007 erfolgen. Die Europa-Vertretung liegt in den Händen von Wolfgang Schmidt, Betreiber der Skischule und Consulting-Firma „Schneestation“ in Oberaudorf. Das asynchrone 2 Noppen- System aus speziellem Kunststoff ist sehr einfach zu verlegen bzw. wieder abzubauen. SKITRAX ist robust, flexibel, UV-beständig und schnell – vor allem, wenn es mit Wasser besprüht wird. Eine Dränage als Unterbau ist nicht notwendig. Abgesehen von Schanzen eignet sich SKITRAX auch als Belag für Sessellift-Zufahrten, (Sommer)Terrain Parks, Trockenskipisten, Slope-Style Promotion Parks, Sommer-Snowtubing, Tunnels und Straßenübergänge für Skifahrer und Snowmobile, oder als Auslage für schneearme Ziehwege und Aufbau von Skigebieten.
Detailaufnahme der SKITRAXKunststofffliesen mit Noppenstruktur.
Detailaufnahme der SKITRAXKunststofffliesen mit Noppenstruktur.
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