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MM Magazin - Trends

Die sportliche Zukunft von Skigebieten: Der „Fun Mountain“!

Ausgabe 8/2016

Für den Marktführer in Bau und Betreuung von Fun-Angeboten im Wintersport, die Grazer Firma young mountain marketing gmbh, sind die Zeiten, in denen man sportliche Spezial¬angebote in Skigebieten ausschließlich mit dem Fokus auf bestimmte Gästegruppen betrieben hat, vorbei: Jeder Gast will am Skiberg seinen persönlichen „Fun Mountain“ ¬erleben! Und zwar unabhängig von Alter und Können, aber eben durchaus im Rahmen des sportlichen Angebots des jeweiligen Skigebiets. Der MM fasst dazu ein Gespräch mit ¬Geschäftsführer Paul Zach zusammen.
Neu umgestaltetes Funareal auf der Schladminger Planai: Superpark, Funcross & Funs¬lope Planai direkt nebeneinander. Foto: young mountain media
Neu umgestaltetes Funareal auf der Schladminger Planai: Superpark, Funcross & Funs¬lope Planai direkt nebeneinander. Foto: young mountain media

Veränderung der Erwartungshaltung der Gäste


„Die Zeiten, in denen man als Skigebiet nur bestimmten Gästegruppen – etwa Freestylern mit einem Snowpark-Angebot – eine Alternative zum Pistenskifahren bieten konnte, sind vorbei“, meint Paul Zach, Geschäftsführer und Mit-Gründer der young mountain marketing gmbh. Und: „Viele Gäste gehen nach wie vor aus primär sportlicher Motivation Skifahren. Aber das Thema „Fun“ wird immer wichtiger und drängt den rein leistungsorientierten Zugang mehr und mehr zurück. Und zwar in allen Altersgruppen!“ Aber bieten herkömmliche Pisten nicht auch genau das: Spaß? „Natürlich!“ meint Zach. Und er räumt auch ein, dass Pisten die Basis eines jeden Skigebietes sind und wohl auch bleiben werden. „Wie sollte man sonst auch vernünftig von der Funslope zum Snowpark und von dort weiter zum Funcross kommen?!“ scherzt Zach. Aber Spaß beiseite – es geht um jenen Augenblick, der an jedem Skitag unausweichlich kommt: Die ersten 5–10 Abfahrten sind gemacht. Der rein leistungsorientierte Skifahrer-Typus sammelt natürlich unbeirrt weiter Höhenmeter, aber für die spaßorientierte Fraktion ist die Luft oft schon ein bisschen draußen und es stellt sich die Frage: „Was jetzt?“ Bei Kindern kommt dieser Augenblick im Schnitt früher, weil Kinder ihre Spaßorientierung meist deutlich authentischer und direkter leben als Erwachsene. Der Wendepunkt an einem klassischen Skitag ist also da, wenn in irgendeiner Form die Frage „Machen wir noch eine Abfahrt?“ gestellt wird. Genau dann zeigt sich, ob das betreffende Skigebiet auch bei seinen spaß- und erlebnisorientierten Gästen im Rahmen seiner eigentlichen Kernkompetenz punkten kann. Und so wichtig alle anderen Angebote eines Skigebietes – kulinarische Genüsse, atemberaubende Landschaft, etc…. – auch sind, die eigentliche Kernkompetenz ist nun einmal das Skifahren an sich.

Gestaltungselement Schnecke für einen Fun Mountain. Foto: Martin Herrmann/ QParks
Gestaltungselement Schnecke für einen Fun Mountain. Foto: Martin Herrmann/ QParks

Der „Fun Mountain“


Was ist das also nun, der „Fun Mountain“? „Wir definieren den Begriff sportlich“, erklärt Zach. „Mit „Fun“ ist bei uns jene Sorte Spaß gemeint, die aus sportlicher Betätigung heraus entsteht. Das ist wichtig fest zu halten, denn es gibt ja noch sehr viele andere Aspekte, die einen Skitag zum bleibenden Erlebnis machen. Für uns ist der „Fun Mountain“ also ein Skigebiet, das für jeden Gast, egal wie gut er Ski fährt, mindestens eine sportliche Alternative zum Pistenskifahren bietet. Im Idealfall werden alle Könnens- und Altersstufen – vom Anfänger bis zum Profi, vom Kleinkind bis zu den Großeltern – bedient.“ Thematisch gibt es dabei keine Festlegungen: Wenn es um Spaß auf Skiern oder Boards geht und es sich um ein Angebot handelt, welches von den Gästen in großer Zahl angenommen wird, ist es Teil des Fun Mountains. Zach: „Für Komplettanfänger – meistens sind das Kinder – braucht es attraktive Übungsareale, was natürlich keine neue Erkenntnis ist. Sobald sich die neu gewonnenen Wintersportler dann mit ihren Skiern oder Boards einigermaßen auf einer blauen Piste bewegen können, muss man sie unbedingt bei Laune – bzw. auf den Brettln – halten. Das Können reicht zu diesem Zeitpunkt aber bereits dafür aus, sich in einer „Funslope“ oder „Kidsslope“ zu amüsieren. Was, nebenbei bemerkt, auch ganz klar ein Idealfall in Sachen „Terrain Based ­Learning“ ist! Wer es im nächsten Schritt etwas ­sportlicher mag, der kann sich im „Familypark“ – ­einem Snowpark der sich voll auf die Bedürfnisse von Freestyle-Anfängern konzentriert – austoben. Und für alle, die es weniger Richtung Freestyle zieht, ist ein „Funcross“ sicher eine gute Alternative. Ein vollwertiger Snowpark für mittelgute bis sehr gute Sportler rundet das Angebot nach oben hin ab.

Alpin-orientierte Rennstrecken sind ebenfalls Teil des Fun Mountains, wenn auch thematisch etwas anders ausgerichtet. Der Fun Mountain erfindet also nicht ­alles neu, aber er ist so strukturiert, dass er für wirklich jeden Gast sportlich auch abseits des Pistenskifahrens etwas bietet.“

 

Gibt es ihn bereits, den Fun Mountain?


„Wenn ja, dann kenne ich ihn nicht!“ – Zach lacht: „Aber es gibt einige Skigebiete, die schon sehr weit sind.“ Meistens gibt es allerdings irgendwo Lücken im Angebot. Diese gilt es sukzessive zu schließen. Zach bringt ein praktisches Beispiel: „Einige unserer Kunden entwickeln sich sehr konsequent in Richtung Fun Mountain. Lassen Sie mich die Turracher Höhe als Beispiel heraus greifen: Vor ein paar Jahren haben wir die Chance bekommen, auf der Turrach ein Snowpark-Konzept zu verwirklichen. Dabei ging es im ersten Schritt vor allem darum, die diesbezügliche Angebotslücke im südlichen Österreich zu besetzen. Das ist inzwischen fulminant gelungen! Es blieb’ aber nicht beim Snowpark. Bereits im Jahr darauf haben wir die „Funslope Turracher Höhe“ verwirklicht. Im heurigen Winter kommt die mit unseren Partnern von Pronatour verwirklichte Kidsslope „Nockys Winterzeit“ dazu. Und auf der sportlicheren Seite der „Funcross Turracher Höhe“... Man sieht also: Hier wird Puzzlestein für Puzzlestein zu einem neuen Gesamtbild des Skigebietes zusammengesetzt. Am Anfang stand die Vision. Und am Ende wird die Turracher Höhe dann – neben vielen anderen tollen Eigenschaften – genau das sein: ein Fun Mountain!“

Gestaltungselement Schneetunnel für einen Fun Mountain. Foto: Katja Pokorn/ QParks
Gestaltungselement Schneetunnel für einen Fun Mountain. Foto: Katja Pokorn/ QParks

Verwirklichung eines Fun Mountains


In der Praxis dreht sich in Bezug auf die Realisierung eines Fun Mountains alles darum, das Beste aus den jeweils bestehenden Möglichkeiten zu machen. Jedes Skigebiet ist anders. Nicht überall gibt es für alle Fun-Angebote die entsprechenden geländeseitigen Möglichkeiten. Und dasselbe Angebot macht natürlich nicht überall Sinn. „Die jeweilige Gästestruktur und die individuellen Zielsetzungen der Destination müssen selbstverständlich berücksichtigt werden!“, so Zach. „Für unsere Kunden machen wir aber inzwischen schon größtenteils umfassende „Fun Mountain Konzepte“ und können diese auch in allen Facetten umsetzen. Diesbezüglich haben wir unser Leistungsportfolio stark erweitert. Z. B. sind der Bau und die Betreuung von Rennstrecken, Kinder-Arealen oder auch Video- bzw. Foto-inszenierten Installationen wie etwa dem „Adrenalin Cup“ neben dem Betrieb von Snowparks, Funslopes und Ähnlichem heute keine Ausnahmen mehr für uns.“