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Die Gletscher schrumpfen unaufhaltsam

Laut Gletscherbericht des Alpenvereins 2006/2207 sind alle 93 vermessenen Gletscher zurückgeschmolzen, der mittlere Längenverlust beträgt 22,2 m.
Das Haushaltsjahr 2006/07 war insgesamt für die Gletscher äußerst ungünstig und lieferte Ergebnisse, die nahe an das Extremjahr 2002/03 herankommen.
Am meisten zugesetzt hat das gletscherabträgliche Jahr dem Weißsee Ferner (Kaunertal). Er schrumpfte um beinahe 100 m! Die Monatsmittelwerte der Temperatur lagen vergangenes Jahr durchgehend über dem 30-jährigen Mittelwert. Der Winter war um 3,2 ° C wärmer als der Durchschnitt, der April übertraf den Normalwert sogar um mehr als 5 Grad. Und der Niederschlag im April erreichte nur 10 % der normalen Mengen. Auch das Sommerhalbjahr war überdurchschnittlich warm. All das führte zu früher Ausaperung und Abschmelzung und setzte besonders den tieferen Zungenlagen arg zu.
Die mittlere Längenänderung von -22,2  m kommt beinahe an das bisher "gletscherfeindlichste" Jahr 2003 heran, in dem der Längenverlust durchschnittlich 22,9 m ausmachte. Rekordhalter im Jahr 2007 ist der Weißsee Ferner (Ötztaler Alpen), bei dem ein Rückzugsbetrag von 96,5 m ermittelt wurde. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Schalf Ferner (Ötztaler Alpen, -87 m)  und  der Niederjoch Ferner (Ötztaler Alpen, -84 m). "Es fällt auf, dass sich die Längenverluste bei den Ötztaler Gletschern häufen", beschreibt Patzelt die regionale Besonderheit. 8 Gletscher sind mehr als 40 m ( 6 davon in den Ötztaler Alpen) und weitere 15 (davon 8 in den Ötztaler Alpen) über 30 m zurückgeschmolzen.
An Gletscherrändern werden immer wieder Holzreste freigelegt bzw. ausgespült. "Sie deuten darauf hin, dass es in den letzten 10.000 Jahren häufig wärmer als heute gewesen ist", erläutert der Gletscherexperte Patzelt.
"Bereits seit mehr als 115 Jahren beobachtet der Alpenverein mit seinen Gletschermessern die Veränderungen auf Österreichs Gletschern. Damit verfügt er über die längste zusammenhängende Datenreihe, die von Jahr zu Jahr wertvoller wird", unterstreicht Patzelt die Bedeutung der Messberichte.