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1. ADAC Rodelbahnentest: Durchwachsenes Ergebnis

Der ADAC hat erstmals 30 gewerblich betriebene Rodelbahnen in Wintersportgebieten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien getestet. Das Ergebnis gibt zu denken.
30 Testkandidaten in vier europĂ€ischen Wintersport-LĂ€ndern wurden im ersten ADAC Test von Rodelbahnen in punkto Sicherheit und Service auf Herz und Nieren geprĂŒft. Das Ergebnis: Viele Anlagen schwĂ€cheln deutlich bei der Sicherheit. In Noten ausgedrĂŒckt: insgesamt auf der Habenseite drei einsame „sehr gut“, vier „gut“, 13 magere „ausreichend“, also weder richtig gut noch richtig schlecht. Und auf der Sollseite? Da stehen gleich acht „mangelhaft“ und drei beschĂ€mende „sehr mangelhaft“. Damit ist ein Drittel der Bahnen durchgefallen.
Ungesicherte Absturzstellen, gefĂ€hrliche StreckenfĂŒhrung, GegenstĂ€nde auf oder am Rand der Bahn, schlecht prĂ€parierte Piste - das sind die hĂ€ufigsten MĂ€ngel von Schlittenabfahrten. Testverlierer ist der Eiger Run im schweizerischen Grindelwald. Im Test kreuzte die Piste Straßen und Bahngleise, PrallflĂ€chen und Absturzstellen waren nicht gesichert. Zudem gab es keine Hinweise auf Gefahrenstellen. Schlechteste deutsche Bahn mit einem "mangelhaft" ist der Maria-Trost-Weg in Nesselwang. Die Bahn war kaum abgesichert, schlecht prĂ€pariert und um sie zu erreichen, musste man die Skipiste an einer gefĂ€hrlichen Stelle ĂŒberqueren.
Testsieger ist die Bahn am Rosskopf im italienischen Sterzing, gefolgt von zwei deutschen Rodelbahnen: der Hornbahn in Bad Hindelang und der Touristenrodelstrecke in Oberwiesenthal. Sie ĂŒberzeugten unter anderem durch vorbildliche Sicherheitsmaßnahmen an allen Gefahrenstellen, einwandfreien Service und komfortable Beförderung.
„Jedes Jahr verunglĂŒcken hunderte Schlittenfahrer, einige sogar tödlich. Um sie besser zu schĂŒtzen, muss dringend in die Sicherheit der Rodelbahnen investiert werden", so ADAC VizeprĂ€sident fĂŒr Tourismus Max Stich. Der Club regt zudem eine Kategorisierung der Rodelbahnen in Blau, Rot und Schwarz (Ă€hnlich den Skipisten) an. Nur so kann der Nutzer schon vor Antritt der Abfahrt einschĂ€tzen, wie anspruchsvoll die Bahn ist. Der ADAC fordert die Betreiber auf, die Pisten besser zu prĂ€parieren. Gefahrenstellen mĂŒssen durch bauliche Maßnahmen wie Polster und ZĂ€une entschĂ€rft werden. Vor SteilstĂŒcken, Kurven oder Kreuzungen sollten Warntafeln angebracht werden.