Mountain Manager
Home Home    Redaktion Redaktion    Anzeigen Anzeigen    Abo Service Abo Service    Kontakt Kontakt    Impressum Impressum

News

Biken als Zukunftschance des alpinen Sommertourismus

Auf der Tourismus-Fachtagung theALPS 2015 am 8. 9. In Moena (Trentino / I) wude u. a. dar├╝ber diskutiert, inwiefern der Bike-Tourismus die alpine Sommerentwicklung dynamisieren kann. Als Basis daf├╝r diente die neue Studie der EURAC Bozen in Kooperation mit der Trentino School of Management zum Status Quo von Bike-Angeboten und den zuk├╝nftigen Anforderungen an die Regionen im Alpenraum.
Die Ergebnisse der von Prof. Harald Pechlaner durchgef├╝hrten Studie waren f├╝r viele Branchenexperten ├╝berraschend. In Kurzform: Alpine Bikeangebote brauchen mehr Kooperation und Spezialisierung! Grunds├Ątzlich unterscheidet Pechlaner┬á drei Zielgruppen im Bike-Segment: Road-Biker, Mountain Biker und Trekking Biker. Wobei vor allem letztere, so der Studienleiter, in Zukunft die gr├Â├čte Zielgruppe ausmachen werden. Allein im Zielmarkt Deutschland nutzen mehr als 12 Millionen Menschen regelm├Ą├čig ihr Trekking Bike, in Gro├čbritannien sind es mehr als 9 Millionen. Das Potenzial ist also sehr gro├č, doch es fehlt derzeit im Alpenraum noch an der Infrastruktur, um Trekking Biker anzusprechen. Dasselbe gilt in vielen Regionen f├╝r Road- und Mountain-Biker.
Pechlaner wies darauf hin, dass ein qualitativ hochwertiges Bike-Angebot nur in Zusammenarbeit entstehen kann. Biker seien mobil und nicht an einen Ort gebunden, daher fordert er eine Abkehr vom Einzelk├Ąmpfer-Dasein und empfiehlt den Regionen, sich zusammenzuschlie├čen, um mit vereinten Kr├Ąften attraktive Angebote zu schaffen: "Bike-Tourismus im Alpenraum kann nur durch Kooperationen der Destinationen funktionieren."
Dar├╝ber hinaus sei die Politik gefordert, in enger Zusammenarbeit mit dem Tourismus die n├Âtigen Rahmenbedingungen, wie etwa Radwege, zu schaffen.

Mehr als ein Sommersport
Die Studie belegt, dass Biken mehr als nur ein Sommersport ist. In den vergangenen Jahren wurde Radfahren zum Lifestyle, der f├╝r Individualismus, Nachhaltigkeit und Abenteuer steht. Die Tourismusbranche m├╝sse st├Ąrker auf diesen Trend reagieren, so Pechlaner. Naturerlebnis, spezielle, auf die Biker zugeschnittene Routen und spezialisierte Unterk├╝nfte sind die Anspr├╝che, die alle Bike-Touristen an ihre Urlaubsregion stellen. Zugleich m├╝sse man sich aber dar├╝ber klar werden, welche Biker man anspricht. Hier r├Ąt Pechlaner zur Spezialisierung, was voraussetzt, sich eingehend mit den jeweiligen Szenen zu besch├Ąftigen. Denn die Szene wird aufgrund der rasanten technischen Entwicklungen - Stichwort E-Bikes - immer differenzierter. Die Bike-Industrie habe das l├Ąngst verstanden und bietet sogar schon eigenst├Ąndig passende Urlaubsangebote f├╝r ihre Kunden an. Pechlaner r├Ąt den Regionen daher, die Kooperation mit der Industrie und den Bike-Medien zu verst├Ąrken, um am Puls der Zeit zu bleiben und die einzelnen Zielgruppen besser zu erreichen.