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Technik & Wirtschaft - Neue Bahnen

DOPPELMAYR/GARAVENTA: Schritt in die richtige Richtung

Ausgabe 2/2008

Ende Januar wurden im Brandnertal zwei neue Aufstiegsanlagen ihrer Bestimmung ĂŒbergeben: die 8 EUB „Dorfbahn“, die DOPPELMAYR gebaut hat, und die Panoramabahn „Burtscha“ von STEURER, bei der DOPPELMAYR fĂŒr die Elektrotechnik verantwortlich zeichnet.
Die Bergstation der Dorfbahn befindet sich auf rund 1401 m Seehöhe. Fotos: Bergbahnen Brandnertal
Die Bergstation der Dorfbahn befindet sich auf rund 1401 m Seehöhe. Fotos: Bergbahnen Brandnertal
„Wir sind wieder auf der Überholspur“, so der Tenor bei der offiziellen Eröffnungsfeier fĂŒr die Dorfbahn und die Panoramabahn, die am 26. Januar ĂŒber die BĂŒhne ging. FĂŒr Landeshauptmann Herbert Sausgruberstellt die qualitative Aufwertung der Anlagen einen neuerlichen Beweis fĂŒr die hohe Innovationskraft der heimischen Tourismusdestination dar. „Von den Investitionen in die QualitĂ€t und den Komfort profitieren nicht nur die GĂ€ste, sondern insbesondere die Bevölkerung in der Region. Mit den neuen Liftanlagen hat die Talschaft zusĂ€tzlich an AttraktivitĂ€t gewonnen und sich fĂŒr die Zukunft mit besten Erfolgsaussichten gerĂŒstet. Vom erweiterten und verbesserten Angebot im Skigebiet Brand-BĂŒrserberg wird das ganze Tal profitieren.“
Insgesamt haben die Bergbahnen Brandnertal, die vor einigen Jahren mit dem Bau von 3 neuen Sesselbahnen im oberen Teil des Skigebiets den Modernisierungsschub gestartet haben, 15 Mio. Euro in die Projekte „Dorfbahn“ und „Panoramabahn“ investiert. Damit können nun 2 500 GĂ€ste pro Stunde transportiert werden, Brand ist zum drittgrĂ¶ĂŸten Skigebiet in Vorarlberg avanciert.
FĂŒr Wintersportbegeisterte stehen insgesamt 14 Aufstiegsanlagen zur VerfĂŒgung, die 17 000 P/h transportieren können. Mit ihrer Hilfe werden 53 km prĂ€parierte Pistenerschlossen, 8 Bergrestaurants mit rund 3 000 SitzplĂ€tzen bieten GĂ€sten auch kulinarische GenĂŒsse.

Moderne Technik, ansprechendes Design
Die 8 EUB „Dorfbahn“ ersetzt die bisherige „Niggenkopfbahn I“, einen fix geklemmten Doppelsessellift von Doppelmayr aus dem Jahr 1984. Die Talstation der neuen Bahn auf 1 011 m Seehöhe liegt direkt im Ortszentrum von Brand und verfĂŒgt ĂŒber eine auffĂ€llige Architektur.
Aufgrund der schwierigen Lage der Station durch die verbaute Umgebung wurde sie in 3-geschossiger Bauweise realisiert. Damit bietet sie genĂŒgend Platz fĂŒr einen Skiverleih mit SportgeschĂ€ft, Kassen, öffentliche WCAnlagen,BĂŒros und ein kleines Restaurant. Die GĂ€ste gelangen mit Hilfe komfortabler Rolltreppen zum Einstieg der Seilbahn im obersten Stock.
Die Bergstation wurde auf 1402 m Seehöhe gebaut und stellt eine Drehscheibe im Skigebiet dar, da sie mit der Talstation der „Panoramabahn“ eine Art „Doppelstation“ auf gleicher Ebene bildet. Damit sind kurze Wege und eine optimale Anbindung ins Skigebiet gewĂ€hrleistet. Im Untergeschoß wurden TechnikrĂ€ume und die Garagierung von Pistenfahrzeugen vorgesehen. Insgesamt wurden beide Stationen großzĂŒgig und ĂŒbersichtlich angelegt, sodass beim Bau umfangreiche Betonarbeiten zu bewerkstelligen waren.
Die TrassenfĂŒhrung wurde im Vergleich mit dem Sessellift beibehalten, allerdings im oberen Bereich um rund 300 m verlĂ€ngert. Der Antrieb der Einseilumlaufbahn wurde als starrer BrĂŒckenantrieb realisiert und in der Bergstation positioniert. Die hydraulische Abspannung befindet sich in der Talstation. SĂ€mtlicheKabinen des Typs ULTRA 8 von Carvatech, die in Alu-Leichtbauweise ausgefĂŒhrt sind, werden in den Stationen garagiert. Auf diese Weise wurde der kostenintensive Bau eines Bahnhofs vermieden.
Die Förderleistung der Bahn betrĂ€gt im Anfangsausbau 1 695 P/h, wobei eine Steigerung auf 2 389 P/h vorgesehen ist. Auf der nur 3 Minuten dauernden Fahrt werden 390 Höhenmeter ĂŒberwunden und 8 StĂŒtzen passiert.
DOPPELMAYR lieferte fĂŒr diese Bahn die Seilbahn- und die Elektrotechnik, das Seil stammt von Teufelberger. FĂŒr die Generalplanung wurde die Melzer & Hopfner Ingenieurgesellschaft m.b.H. und Co.KEG engagiert, die seit 10 Jahren mit den Bergbahnen Brandnertal arbeitet. Die Hochbauplanung der Talstation wurde vom Atelier Rainer + Amann durchgefĂŒhrt.
Die Garagierung der Kabinen erfolgt in den Stationen.
Die Garagierung der Kabinen erfolgt in den Stationen.
Modernisierung geht weiter
FĂŒr 2008 stehen weitere Arbeiten und Investitionen an. So will man die PalĂŒdbahn durch eine 8 EUB ersetzen. Damit konnte sich die Kabinenbahn gegenĂŒber dem vorher angedachten 6er-Sessel durchsetzen. Als GrĂŒnde dafĂŒr nennt Betriebsleiter Helmut Schedler den Gastronomiebereich, der mit der Kabinenbahn leichter zu erreichen ist. Dazu könne man Familien mit Kindern einfach und sicher transportieren und zu bestimmen Events Nachtfahrten durchfĂŒhren.
dwl


Technische Daten 8 MGD „Dorfbahn“
(Klammerwerte Endausbau)
Förderleistung: 1 695 P/h (2 389)
Fahrgeschwindigkeit: 6 m/s
Folgezeit: 16,99 s (12,06 )
GehÀngeabstand: 101,93m (72,34)
Fassungsraum Kabinen: 8 P.
Spurweite Strecke: 5,20 m
Höhe Talstation: 1 011,03 m
Höhe Bergstation: 1 401,60 m
Höhenunterschied: 390,57 m
horizontale BahnlÀnge: 1 049,03 m
schrÀge BahnlÀnge: 1 119,38 m
mittlere Neigung: 37,23 %
Fahrzeit: 3,21 min
Antrieb: Berg BrĂŒcke
Abspannung: Tal
Anzahl Fahrbetriebsmittel: 22 + 8 St. (31 + 10)
Anzahl StĂŒtzenstandpunkte: 8
Motorleistung:
Betrieb: 391 kW (478)
Anfahren: 479 kW (575)
Seil: 47 mm


BauausfĂŒhrende Firmen:
Seilbahntechnik: DOPPELMAYR
Elektrotechnik: DOPPELMAYR
Generalplanung: Melzer & Hopfner Ingenieurgesellschaft
m.b.H. & Co.KEG
Planung Hochbau: Rainer + Amann
Kabinen: Carvatech
Seil: Teufelberger