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Technik & Wirtschaft - Neue Bahnen

DOPPELMAYR/Gletscherbahnen Kaprun AG - Bahn frei f√ľr Gletscherjet 3 und 4

Ausgabe 1/2016

2015 konnte die Gletscherbahnen Kaprun AG ihr 50-j√§hriges Bestehen feiern. Passend zu diesem Jubil√§um wurde im Beisein von Bundespr√§sident Dr. Heinz Fischer Mitte Dezember die neue Bahnen-Achse "Gletscherjet 3+4" ihrer Bestimmung √ľbergeben.
In der Bergstation des neuen Gletscherjet 3+4 (v. li.): Manfred Ga√üner, Bgm. Kaprun, Hannes Lerchbaumer, Bgm. Uttendorf, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Ing. Norbert Karlsb√∂ck, Vorstand GBK, Dr. Brigitta Pallauf, Landtagspr√§sidentin Salzburg, Ing. G√ľnther Brennsteiner, Techn. Prokurist GBK, Dr. Arno Gasteiger, Aufsichtsratsvorsitzender GBK, und Josef Rumpf, kaufm√§nnischer Prokurist GBK. Fotos: GBK/Faistauer
In der Bergstation des neuen Gletscherjet 3+4 (v. li.): Manfred Ga√üner, Bgm. Kaprun, Hannes Lerchbaumer, Bgm. Uttendorf, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Ing. Norbert Karlsb√∂ck, Vorstand GBK, Dr. Brigitta Pallauf, Landtagspr√§sidentin Salzburg, Ing. G√ľnther Brennsteiner, Techn. Prokurist GBK, Dr. Arno Gasteiger, Aufsichtsratsvorsitzender GBK, und Josef Rumpf, kaufm√§nnischer Prokurist GBK. Fotos: GBK/Faistauer
Das Kitzsteinhorn in der Region Zell am See-Kaprun ist das einzige Gletscherskigebiet im Salzburger Land. Auf 3 000 m Seehöhe bietet die Gletscherbahnen Kaprun AG ihren Gästen eine große Vielfalt an Angeboten: Alpin-Ski, Snowparks, Freeride- und Skitouren-Routen, die "Gipfelwelt 3000" und die Panorama-Plattform "Top of Salzburg". Mit den zwei neuen, hochmodernen Seilbahnen "Gletscherjet 3+4" und dem neu strukturierten Gletscherskiraum ist das Höhenskigebiet seit Herbst 2015 nun noch attraktiver geworden.
Begonnen wurde mit den Bauarbeiten am Gletscherjet 3+4 im März 2014, in Betrieb gehen konnte man am 17. Oktober 2015. Investiert hat die Gletscherbahnen Kaprun AG insgesamt rund 25 Mio. Euro.
Zur offiziellen Er√∂ffnungsfeier am 12. Dezember 2015 fanden sich mehr als 300 G√§ste am Kitzsteinhorn ein, darunter Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer und Bundespr√§sident Dr. Heinz Fischer, der den Start des Skibetriebes am Kitzsteinhorn vor genau 50 Jahren als "Meilenstein in der Entwicklung √Ėsterreichs zum Wintersportland Nummer Eins" bezeichnete.
Als hochrangiger Gratulant kam Bundespräsident Dr. Heinz Fischer zur 50-Jahr-Feier der Gletscherbahnen Kaprun auf das Kitzsteinhorn. Im Bild (v. li.): GBK-Vorstand Ing. Norbert Karlsböck, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Dr. Wilfried Haslauer, Landeshauptmann von Salzburg.
Als hochrangiger Gratulant kam Bundespräsident Dr. Heinz Fischer zur 50-Jahr-Feier der Gletscherbahnen Kaprun auf das Kitzsteinhorn. Im Bild (v. li.): GBK-Vorstand Ing. Norbert Karlsböck, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Dr. Wilfried Haslauer, Landeshauptmann von Salzburg.
Meilenstein der Entwicklung
Mit dem 25-Millionen-Euro-Projekt Gletscherjet 3+4 folgen die Gletscherbahnen Kaprun einer nachhaltigen Anpassungsstrategie. "Es geht um drei Kernthemen, auf die wir seit vielen Jahren vorausschauend und verantwortungsvoll reagieren: die Veränderungen des Klimas und des Gletschers, die veränderten Erwartungen der Gäste und das Erschließen neuer Märkte", erläuterte Norbert Karlsböck anlässlich der Pressekonferenz zur Eröffnung von Gletscherjet 3+4.
Mit der Inbetriebnahme der neuen Bahnen-Achse vom Alpincenter hinauf an die Nordwestflanke des Kitzsteinhorn-Gipfels ist das Gletscherskigebiet wesentlich schneller und komfortabler sowie gesch√ľtzt vor Wind und Wetter erreichbar. Die neue Bahnen-Achse f√ľhrt in einen v√∂llig neu strukturierten zentralen Gletscher-Skiraum, denn zus√§tzlich zur Errichtung der neuen Bahnen wurden bestehende Schlepplifte neu positioniert: Kitz- und Keeslift wurden auf einen Doppel-Schlepplift zusammengef√ľhrt, die Magnetk√∂pfllifte wurden abgetragen und 100 Meter weiter s√ľdwestlich am Gletscherplateau situiert. Der Gletscherjet 3 selbst hat die 1992 errichtete Gratbahn ersetzt. Damit bieten sich den Wintersportlern nun noch freiere und weitere Pisten. Sehr zur Freude von Familien und Wintersport-Einsteigern findet sich mit dem "Schneehasen-Lift" nahe der Mittelstation zudem ein neues √úbungsgel√§nde in schneesicheren 2 650 Metern H√∂he.
Von der neuen Bahnen-Achse profitieren aber auch die vielen nicht-skifahrenden Gäste des Kitzsteinhorns, das sich mit der "Gipfelwelt 3000" als einzigartiges Ausflugsziel in den Alpen etabliert hat. Ihnen eröffnen die neuen Jets mitsamt dem neuen "Barbara-Stollen" - der die Bergstation Gletscherjet 4 mit dem Gletscher Shuttle verbindet - und der Gipfelbahn ganzjährig eine eindrucksvolle Gletscher-Rundreise. Bereits 22 % der 960 000 Gäste auf dem Kitzsteinhorn waren im Geschäftsjahr 2014/2015 Ausflugsgäste.
Blick auf den Gletscherjet 4 von der Mittelstation aus.
Blick auf den Gletscherjet 4 von der Mittelstation aus.
Herausforderung f√ľr Mensch und Technik
Mit dem Bau der neuen Bahnen-Achse wurde im M√§rz 2014 begonnen. Auf Salzburgs h√∂chst gelegener Baustelle war der Zeitplan eng, gearbeitet wurde bei jeder Witterung und teilweise im Schichtbetrieb. Die Arbeit im hochalpinen Umfeld war fordernd f√ľr alle Beteiligten, berichtete Projektleiter G√ľnther Brennsteiner, Technischer Prokurist der Gletscherbahnen Kaprun: "3000 Meter √ľber dem Meeresspiegel wird die Luft merkbar d√ľnner. Bei den Arbeiten in diesen H√∂henlagen, inmitten von Schnee, Eis, Fels und Schlechtwettereinbr√ľchen waren nicht nur k√∂rperliche Fitness und Schwindelfreiheit gefragt, sondern vor allem auch Leidenschaft f√ľr besondere Herausforderungen."
An Spitzentagen waren bis zu 250 Arbeiter am Kitzsteinhorn im Einsatz. In Summe waren mit dem Bau der neuen Bahnen-Achse und der Neustrukturierung der Gletscherlifte mehr als 60 Unternehmen betraut - drei Viertel davon stammen aus dem Pinzgau. Zu den gr√∂√üten Herausforderungen des Projekts z√§hlte neben den komplexen technischen Herausforderungen insbesondere die Logistik. Riesige Mengen an Schotter, Zement, Stahl, Werkzeug und Ger√§tschaften mussten vom Tal auf den Berg gelangen - zur richtigen Zeit in der richtigen Menge an den richtigen Ort. Bis zu 2 000 H√∂henmeter und mehr galt es hinauf zu den einzelnen Bauabschnitten zu √ľberwinden. "Dank vorausschauender Planung und des unerm√ľdlichen Einsatzes aller Beteiligten konnten wir den engen Zeitplan einhalten und die neuen Gletscherjets wie vorgesehen am 17. Oktober 2015 in Betrieb nehmen", so G√ľnther Brennsteiner zufrieden.
Beim Gletscherjet 3 kommen 10er-Kabinen und 8er-Sessel zum Einsatz.
Beim Gletscherjet 3 kommen 10er-Kabinen und 8er-Sessel zum Einsatz.
50 JAHRE GLETSCHERBAHNEN KAPRUN
Vorreiter und Trendsetter von Anfang an
In den 1960er-Jahren nach der vision√§ren Idee von Ing. Wilhelm Fazokas als Sommerskigebiet geplant, hat sich das Kitzsteinhorn durch schrittweisen Ausbau und Anpassung von Angebot, Infrastruktur und Ausrichtung zum ganzj√§hrigen Tourismusmotor einer gesamten Region weiterentwickelt. 50 Jahre nach seiner Er√∂ffnung als √Ėsterreichs erstes Gletscherskigebiet, steht das Kitzsteinhorn f√ľr weite Gletscherh√§nge mit Schneegarantie von Oktober bis Juli.
In der ebenso eindrucksvollen wie bewegten Geschichte von √Ėsterreichs erstem Gletscherskigebiet finden sich zahlreiche Superlative und technisch revolution√§re Entwicklungen - beispielsweise die mit 113,6 Metern h√∂chste Seilbahnst√ľtze der Welt, die Errichtung der weltweit ersten Schlepplifte auf einem flie√üenden Gletscher im Jahr 1967 oder die Installation der ersten Panorama-Kamera zur √úbertragung von Live-TV-Bildern aus einem Skigebiet im Jahr 1982.
Untrennbar mit der Geschichte des Kitzsteinhorns verbunden ist aber auch die tragische Brandkatastrophe der Stollenbahn am 11. November 2000, bei der 155 Menschen ums Leben kamen. Die auf das Ungl√ľck folgenden Jahre waren gepr√§gt von Neuorientierung und richtungsweisenden Ver√§nderungen. So starteten die Gletscherbahnen im Jahr 2009 eine Kooperation mit dem Salzburger Institut f√ľr √Ėkologie, das seither alle Bauprojekte begleitet, und schlossen 2012 einen Partnerschaftsvertrag mit dem Nationalpark Hohe Tauern. Seit 2003 sind die Gletscherbahnen Kaprun als einziges √∂sterreichisches Bergbahnunternehmen f√ľr alle Unternehmensbereiche in den Bereichen Qualit√§ts- und Sicherheitsstandards ISO-zertifiziert, seit 2007 zus√§tzlich f√ľr den Bereich Umweltmanagement und seit 2015 auch f√ľr Energieeffizienz. Mit der Er√∂ffnung der "Gipfelwelt 3000" im Jahr 2011 gelang dem Unternehmen die Schaffung eines zweiten wirtschaftlichen Standbeins neben dem Wintersport.