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Technik & Wirtschaft - √Ėkologie

K√§rntner Saatbau: Neue Entwicklungen in der Hochlagenbegr√ľnung

Ausgabe 3/2006

In H√∂henlagen √ľber der Baumgrenze ist eine erfolgreiche und nachhaltige Wiederbegr√ľnung nach baulichen Ma√ünahmen derzeit nur bei Verwendung standortgerechter Alpin-Saatgutmischungen m√∂glich. Das erfordert auch den Einsatz hochwertigerBegr√ľnungstechniken.
Bergstation Saalbach Schattberg X-Press. Fotos: Kärntner Saatbau
Bergstation Saalbach Schattberg X-Press. Fotos: Kärntner Saatbau
Durch die extremen Witterungsbedingungen in Hochlagen w√§chst die Vegetation nur sehr langsam und braucht mindestens 2 Wachstumsperioden, bis ein ausreichender Erosionsschutz sichergestellt ist. Kleinfl√§chigere Eingriffe k√∂nnen bis in den Herbst hinein immer wieder notwendig sein. Die M√∂glichkeit einer schnellen, standortgerechten und ausdauernden Begr√ľnung mit sofortigem, hundertprozentigem Erosionsschutz w√§re oberstes Gebot. Dies gelingt aber nur durch Verwendung von Vegetationsteilen, die klimatisch angepasste Gr√§ser und Kr√§uter enthalten. Von nat√ľrlichen Standorten steht solches Material entweder gar nicht oder nur in kleinen Mengen zur Verf√ľgung.
Produktionsfläche alpiner Fertigrasen.
Produktionsfläche alpiner Fertigrasen.
Lösung des Problems
Im Rahmen einer innovativen, strategischen Partnerschaft von Produktion, Vertrieb und Forschung (Bundesanstalt f√ľr alpenl√§ndische Landwirtschaft, Abt. f√ľr Alpine Vegetationstechnik) wurde genau an diesem Problem gearbeitet. Die L√∂sung besteht in der Produktion alpiner Rasen. Sie bestehen aus Alpengr√§sern, die unter den extremen alpinen Standortsbedingungen bis zu 2 500 m Seeh√∂he √ľberleben k√∂nnen. Passende √Ėkotypen wurden zu einer standortgerechten Mischung zusammengesetzt und ihre Tauglichkeit zur Erzeugung alpiner Fertigrasen gepr√ľft. Verwendet werden kann der Alpine Fertigrasen auf Fl√§chen, auf denen man sehr schnell einen hundertprozentigen Erosionsschutz braucht, auf Fl√§chen die rasch begr√ľnt werden sollen oder als Saat-Soden-Kombination.
Die behandelte Mantelsaat fungiert als Wasserspeicher und -lieferant f√ľr das Samenkorn und den jungen Keimling.
Die behandelte Mantelsaat fungiert als Wasserspeicher und -lieferant f√ľr das Samenkorn und den jungen Keimling.

Bahnbrechende Innovation f√ľr die Alpinbegr√ľnung
Insbesondere in alpinen Lagen ist sowohl eine Neuansaat, als auch eine Nachsaat mit einer Vielzahl von extrem ung√ľnstigen Bedingungen konfrontiert. Ein elementares Problem in der Keim- und Auflaufphase stellt neben der Anfangsn√§hrstoffversorgung eine ausreichende Wasserversorgung dar. Eine unzureichende Wasserversorgung f√ľhrt dazu, dass gerade gekeimtes Saatgut irreversibel austrocknet.
In diesen F√§llen hat sich die Mantelsaat mit Absorber als zielf√ľhrend herausgestellt. In die bestehende Mantelsaat wurde eine wasserabsorbierende Komponente eingearbeitet, die eine zus√§tzliche Versorgung mit pflanzenverf√ľgbarem Wasser und den darin enthaltenen N√§hrstoffen erm√∂glicht. Dieser zus√§tzliche Wassertr√§ger haftet gleichm√§√üig in der √§u√üeren H√ľlle des ummantelten Korns und ist somit in der Lage, sowohl das Saatkorn beim ersten und wichtigsten Schritt der Keimung, dem der Quellung, als auch den bereits gekeimten S√§mling mit Wasser zu versorgen. Im Rahmen von Versuchsreihen wurden dann Samen u. a. Wasserstress sowie extremem Sonnenlicht ausgesetzt und anschlie√üend eine Vielzahl an Parametern erfasst.
Die Effekte absorbierender Mantelsaatzusammensetzungen, die eine wesentlich h√∂here Vitalit√§t als die Nacktsaatvarianten aufwiesen, wurden sowohl im Gew√§chshaus als auch in Feldversuchen ermittelt. Dar√ľber hinaus wurde bei der "Absorbervariante" eine tendenziell schnellere und gleichm√§√üigere Keimung beobachtet. Die positiven Auswirkungen des Absorbers in der Mantelsaat waren unter Wasserstress am deutlichsten zu beobachten, da die gesteigerte wasserabsorbierende Eigenschaft des Mantels besonders unter diesen Extrembedingungen zur Geltung kam. Die Nacktsaat hingegen konnte den Extrembedingungen kaum standhalten und vertrocknete.

Schlussfolgerungen f√ľr die Praxis
Neben N√§hrstoffen, Phytohormonen und weiteren wichtigen Faktoren ist Wasser das entscheidende Element f√ľr die Entwicklung und Etablierung von Begr√ľnungen aller Art. Die M√∂glichkeit, das Wasser direkt an das Samenkorn zu binden und es auf diesem Weg h√∂chst effektiv f√ľr den Keimling verf√ľgbar zu machen, bringt einen enormen Vorteil mit sich. Die bereits vorhandene absorbierende Eigenschaft der Mantelsaat wird durch den zus√§tzlich eingebrachten Absorber um ein Vielfaches erh√∂ht und bewahrt angekeimtes Saatgut vor dem Austrocknen. Das Saatkorn wird von einer Art Schwamm umschlossen. So wird das Samenkorn durch den "Mantel" vor dem Austrocknen gesch√ľtzt, da er es mit Wasser und den darin enthaltenen N√§hrstoffen versorgt. Der N√§hrstoffmantel bleibt so lange erhalten, bis sich die Begr√ľnung etabliert und eine dichte Rasennarbe gebildet hat. Die ReNatura¬ģ Alpinmischungen sind ab sofort als Mantelsaat mit Absorber erh√§ltlich.

 

Infos: www.saatbau.at