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Technik & Wirtschaft - √Ėkologie

LEITNER TECHNOLOGIES: √Ėkologie im Aufwind

Ausgabe 7/2007

Nachdem LEITNER TECHNOLOGIES 2003 seinen ersten Windgenerator auf der Malser Heide in Betrieb genommen hat, ging die Entwicklung der Anlagen stetig voran. 2007 erh√§lt nun erstmals eine Skidestination in √Ėsterreich √Ėkoenergie von LEITWIND.
Mit der neuen Windkraftanlage von LEITNER TECHNOLOGIES setzt Salzstiegl Akzente. Fotos: LEITNER TECHNOLOGIES
Mit der neuen Windkraftanlage von LEITNER TECHNOLOGIES setzt Salzstiegl Akzente. Fotos: LEITNER TECHNOLOGIES
Seit Herbst 2007 verf√ľgt die Steiermark √ľber eine au√üergew√∂hnliche Windkraftanlage, mit der man gleich in mehrfacher Hinsicht Ma√üst√§be setzt. So handelt es sich dabeium einen Windgenerator der MWKlasse, der mit seinem Standort auf √ľber 1 800 m zu den h√∂chst gelegenen der Welt geh√∂rt. Das ausgekl√ľgelte Konzept und die revolution√§re Technik dieses Windgenerators des Typs Leitwind LTW 77 machen es au√üerdem m√∂glich, Energie ausgesprochen umweltfreundlich zu gewinnen, Fixkosten des Betreibers zu reduzieren und zus√§tzliche Einnahmen zu lukrieren. Mit Beginn der Wintersaison 2007/08 beschreitet man in der Steiermark damit v√∂llig neue Wege.
Als Auftraggeber f√ľr das zukunftsweisende Projekt fungieren die Betreiber der Salzstieglbahnen. Salzstiegl hatte sich schon im Rahmen einer Studie des Landes Steiermark, in der man nach Windeignungsgebieten gesucht hatte, als geeigneter Standort empfohlen. Dazu Friedl Kaltenegger, Skigebiet Salzstiegl und Hotel Moasterhaus: ‚ÄěEnergie ist neben unseren Personalausgaben der zweitgr√∂√üte Posten. Sozusagen hinter unserem Skigebiet, also hinter der Bergstation, beobachten wir schon seit Jahren Wetter und Wind mit einer Wetterstation. Irgendwann kam der Gedanke, dort ein Windkraftwerk zu errichten. Die Messergebnisse sind viel versprechend. Wir haben 2,1 Mio. Euro ausgegeben und hoffen, diese innerhalb von 15 Jahren amortisiert zu haben.‚Äú
Skigebiet Salzstiegl mit Windgenerator.
Skigebiet Salzstiegl mit Windgenerator.
LEITNER TECHNOLOGIES tritt mit dem Bau dieser Anlage den Beweis an, dass Windenergie auch f√ľr Skiregionen bei passenden Rahmenbedingungen eine interessante Alternative f√ľr herk√∂mmliche Energieformen darstellt. Mit Folgewirkung darf gerechnet werden.
Der Stahlturm wird gesetzt.
Der Stahlturm wird gesetzt.
Der neue Weg
Das Skigebiet Salzstiegl in einer H√∂henlage zwischen 1 300 und 1 710 m verf√ľgt √ľber 5 Sessellifte und 2 Kinderlifte mit Lupo- und √úbungswiese. Auf einer 40 ha gro√üen Fl√§che stehen 12 km Pisten zur Verf√ľgung, 6 km gelten dabei als leicht, 4 km als mittelschwer und 2 km als schwer. Eine weitere Attraktion, die von den G√§sten gerne genutzt wird, ist die 1,6 km lange Rodelbahn, die zwischen 9 und 21 Uhr in Betrieb ist.
Errichtet wurde der Windgenerator in unmittelbarer N√§he der Bergstation der Speiklifte an der Grenze zu Hirschegg (Gemeinde Reisstra√üe/ Bezirk Judenburg) auf √ľber 1800 m Seeh√∂he. Damit ist diese Anlage die 3-h√∂chste im Bereich der MWKlasse weltweit. Mit der Energie, die der Windgenerator liefert, sollen die Seilbahnanlagen und die Infrastruktur des Skigebietes wie Hotel und Almh√ľtten versorgt werden. √úbersch√ľssiger Windstrom wird in das lokale Stromnetz der Steweag eingespeist und verg√ľtet. Auf diese Weise profitieren nicht nur die Betreiber des Skigebietes, in dem man die Fixkosten reduziert und zus√§tzliche Einnahmen lukriert, sondern auch die Gemeinde. Dazu Friedl Kaltenegger: ‚ÄěWir erhoffen uns, dass wir etwa 30 bis 50 % des eigenen Stromverbrauches decken und au√üerdem so viel Strom erzeugen, dass wir die Windkraftanlage bezahlen k√∂nnen. Die Windkraft hat gegen√ľber der Sonnenenergie den gro√üen Vorteil, dass der Wind auch bei Nacht weht. Es erscheint mir eine ziemlich ausgereifte Technologie zu sein. Wir k√∂nnen mit diesem Kraftwerk 1500 kW erzeugen. Das ist selbst f√ľr unseren gro√üen Stromverbrauch im Skigebietrecht viel Energie. Au√üerdem zeigen¬† die Messwerte, dass im Winter mehr Wind geht, also mehr Strom erzeugt werden wird als im Sommer. Die Stromproduktion l√§uft also synchron mit unserem Verbrauch.‚Äú

Die Technik des getriebelosen Generators hat ihren Ursprung in der Seilbahntechnik.
Die Technik des getriebelosen Generators hat ihren Ursprung in der Seilbahntechnik.
Die LTW 77 ist eine dreifl√ľgelige Upwind-Windkraftanlage mit horizontaler Achse, variabler Geschwindigkeit und Pitchregelung. Die Gondel ist modular aufgebaut und besteht aus drei mechanischen Hauptgruppen: Nabe, Generator und Maschinentr√§gergruppe. Dieses Konzept erlaubt einen einfachen Transport und eine schnelle separate Montage der einzelnen Gruppen. Das Herzst√ľck der Anlage ist ein hoch effizienter permanent Magnet-Generator, der ohne Zwischenschaltung eines Getriebes direkt betrieben wird. Auf diese Weise werden Effizienz und Verf√ľgbarkeit der Anlage erh√∂ht, die beschwerlichen und umweltsch√§dlichen √Ėlwechsel vermieden. Zudem erlaubt der segmentierte Generator einen einfachen Austausch von Teilen des Stators und des Rotors, ohne dass der Generator abmontiert werden muss.
Die technischen Merkmale der Anlage in Salzstiegl √§hneln jenen der Versuchsanlage in Mals. Die Gesamth√∂he betr√§gt 105 m, der Rotordurchmesser 77 m. Der spektakul√§re Transport der fast 40 m langen Rotorbl√§tter verlangte ein hohes Ma√ü an Fingerspitzengef√ľhl, die enge Salzstieglstra√üe erschwerte die Anlieferung zus√§tzlich und musste zu diesem Zweck gesperrt werden.
Eine technische Neuheit ist das Erfassungssystem, das an den Rotorbl√§ttern installiert wurde. Durch dieses System wird die Bildung von Eis erfasst und ausgewertet. Sobald die Werte eine vorher programmierte Grenze √ľberschreiten, schaltet die Anlage automatisch ab. Damit kann Eiswurf auf die nahe gelegenen Pisten verhindert werden. Immerhin k√∂nnte das Eis durch die Drehung der Rotorbl√§tter mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h weggeschleudert werden.
Der Transport der Rotorbl√§tter √ľber die enge Salzstieglstra√üe war ein ausgesprochen schwieriges Unterfangen.
Der Transport der Rotorbl√§tter √ľber die enge Salzstieglstra√üe war ein ausgesprochen schwieriges Unterfangen.
Zukunftsmarkt Indien
Auch der indische Markt ist f√ľr LEITWIND ausgesprochen attraktiv. So ging vor kurzem im S√ľden des Landes der erste Windkraftgenerator der S√ľdtiroler in Betrieb, der mit Partnerunternehmen vor Ort errichtet wurde. Bei einer Nennleistung von 1,5 MW wird die Jahresproduktion 4 Mio. kWh betragen, der LTW 77 sichert damit den j√§hrlichen Strombedarf f√ľr 4 000 Haushalte von Uthumalai.
2007 wird die LEITWIND-Technologie auch nach Indien exportiert.
2007 wird die LEITWIND-Technologie auch nach Indien exportiert.
‚ÄěDie meteorologischen Bedingungen sind in Indien unvergleichlich anders als im √∂sterreichischen Skigebiet Salzstiegl, wo zeitgleich ein LEITWIND installiert wurde. Nach den zwei Prototypen in Mals hat unsere Firma die Produktion von Windkraftgeneratoren in vollem Umfang aufgenommen. Wir sind stolz, in zwei Erdteilen zur gleichen Zeit zwei Anlagen zu √ľbergeben‚Äú, so Anton Seeber, Mitglied des LEITNER-Verwaltungsrates, der f√ľr diesen jungen, aber aufstrebenden Produktionszweig in Sterzing verantwortlich zeichnet. Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen bis 50¬į C, Monsunregen und heftige Winde sind nur einige der Herausforderungen. Dazu m√ľssen die elektrischen und elektronischen Schalttafeln gegen Tiere, unter anderem gegen giftige Schlangen abgesichertwerden. Weitere Anlagen in Indien sind bereits fix. In wenigen Wochen wird noch ein Windrad in Betrieb gehen, f√ľr das n√§chste Jahr wird ein Windr√§derparkmit einer Leistung von¬† 60 MW projektiert.
Vor diesem Hintergrund hat LEITNER TECHNOLOGIES im indischen Chennai 8 ha Grund erworben. Dort will man ab M√§rz 2008 eine Fabrik f√ľr den Bau von Windkraftanlagen f√ľr den fern√∂stlichen Raum errichten. ‚ÄěDer Hauptsitz des Unternehmens, die technischen B√ľros sowie die Einrichtungen, die f√ľr Forschung und Entwicklung erforderlich sind, verbleiben jedoch in Sterzing‚Äú, pr√§zisiert Michael Seeber seine Intentionen. L/dwl