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Technik & Wissenschaft - Pistenfahrzeuge

Bares Geld sparen mit snowMeter

Ausgabe 02/2011

Schneemanagement ist das Gebot der Stunde. Das neue, bei der Ski-WM in Garmisch eingesetzte Schneehöhenmesssystem snowMeter® von Klenkhart / Trimble sorgt durch gezielte Schneeproduktion und -verteilung für optimale Pistenqualität während der gesamten Skisaison.
Die Schneehöhenmessung snowMeter wurde sowohl für Kässbohrer- als auch für Prinoth-Pistengeräte konzipiert und u.a. von den Skiliften Hochfügen im Zillertal im Einsatz getestet. Fotos: Trimble
Die Schneehöhenmessung snowMeter wurde sowohl für Kässbohrer- als auch für Prinoth-Pistengeräte konzipiert und u.a. von den Skiliften Hochfügen im Zillertal im Einsatz getestet. Fotos: Trimble
Genauigkeit von 5 cm  10 cm
SnowMeter basiert auf der fortschrittlichen GNSS-Technologie (Global Navigation Satellite System) und ermöglicht erstmals eine flächige Erfassung der Schneehöhe. Ein auf dem Pistengerät montiertes Trimble GNSS-System misst mit Hilfe eines Korrekturdienstes, z.B. einer Basisstation, die linke und rechte Position sowie die Höhe des Pistengerätes. Diese Position wird in Echtzeit von einem digitalen Geländemodell im schneefreien Zustand subtrahiert. Das Ergebnis ist die zentimetergenaue Schneehöhe unter dem Pistengerät, die optisch in Echtzeit auf einem intuitiv bedienbaren Bildschirm in der Fahrerkabine angezeigt wird. Die gewünschte Schneehöhe kann im Vorfeld bereits eingestellt werden, so dass der Fahrer den Schnee gezielt mit einer Genauigkeit zwischen 510 cm verteilen kann. Während der Pistenpräparierung werden alle Messdaten aufgezeichnet und automatisch mit Wireless-LAN an einen Geodatenserver übermittelt. Über Internet bietet nun die Software snowMeter-Analyze verschiedene Funktionen zur Dokumentation, Auswertung und Visualisierung der Schneehöhen in Form von Schneehöhenkarten und -statistiken. Auf diese Weise erhält man einen exakten Überblick über die aktuelle Verteilung der Schneedecke im Skigebiet und kann in Folge eine sinnvolle Schnei-Strategie im Hinblick auf optimale Ressourcennutzung (Wasser, Strom und Manpower) entwickeln. SnowMeter wurde sowohl für Kässbohrer als auch für Prinoth Pistengeräte konzipiert und von den Skiliften Hochfügen im Zillertal und der Kleinwalsertaler Bergbahn AG getestet. Die Testläufe verliefen hoch erfreulich. Inzwischen sind snowMeter als Schneehöhenmessung und das zugehörige Tool snowMeter-Analyze serienreif und einsatzbereit. Professionellen Support für die GNSS-Komponenten vor Ort bieten dabei Trimbles lokale Vertriebspartner wie z.B. die Firma Geodaesie Austria oder die Firma SITECH Süd GmbH in Deutschland. Alle anderen Belange bei der Einführung, Umsetzung und optimalen Nutzung werden von Klenkhart & Partner wahrgenommen.

Hochfügen schwört auf snowMeter
Immer mehr zukunftsorientierte Skigebiete setzen sich mittlerweile mit der Schneehöhenmessung auseinander, so auch die Skiliftgesellschaft Hochfügen. Um alle Pisten immer befahrbar zu machen, setzt Hochfügen schon seit 1994 eine Beschneiungsanlage ein, die seither regelmäßig erweitert und verbessert wird. Das Ziel, Schnee effizient, kostengünstig und Ressourcen schonend zu produzieren, führte in der Saison 2009/2010 zum Testeinsatz des Systems snowMeter auf dem Pistenbully 600.
Betriebsleiter Josef Fiechtl verfolgte die Funktionalität von snowMeter seit Testbeginn im Oktober 2009 und berichtet über seine Erfahrungen mit dem System: Uns geht es primär um die Schnei-Effizienz. Wir wollen genau wissen, wo wie viel Schnee liegt, um unsere technische Beschneiung darauf optimal ausrichten zu können. Die Skifahrer transportieren während der Fahrt selbst viel Schnee ins Tal. Mit snowMeter messe ich bei jeder Überfahrt des Pistenfahrzeugs die aktuelle Schneehöhe und weiß somit, wo ausreichend Schnee vorhanden ist, wo ich welchen wegnehmen kann bzw. wohin ich ihn schieben soll, erläutert Fiechtl. Gerade im Frühjahr sei das sehr wichtig, um eine optimale Pistenqualität zu gewährleisten. Die Vermeidung von Überproduktion an Kunstschnee biete gleichzeitig ein enormes Einsparpotential beim Strom- und Wasserverbrauch sowie einen optimalen Mitarbeitereinsatz.
Ein weiterer Vorteil ist, dass der Fahrer die genaue Position vorhandener Kanal- und Unterflur-Schneischächte während der Fahrt auf dem Display im Pistenfahrzeug ablesen kann, so dass versehentliche Beschädigungen verhindert werden. Außerdem ist auch eine gezielte Schachtsuche möglich, wenn Beschneiungsanlagen umgesetzt werden müssen.
Die Software snowMeter-Analyze erstellt u.a. Schneehöhenkarten für einen exakten Überblick über die aktuelle Verteilung der Schneedecke im Skigebiet. Im Bild Garmisch, Bereich Skiverteiler.
Die Software snowMeter-Analyze erstellt u.a. Schneehöhenkarten für einen exakten Überblick über die aktuelle Verteilung der Schneedecke im Skigebiet. Im Bild Garmisch, Bereich Skiverteiler.
Amortisation in ein bis zwei Saisonen
Die Vorteile, die snowMeter den Skiliftbetreibern bringt, sind mannigfaltig in Bezug auf Schneeproduktion, Pistenpräparierung und -verwaltung. Das Einsparpotenzial bei den Betriebskosten eines Skigebiets lässt sich am eindrucksvollsten bei der Schneeproduktion verdeutlichen. Die Produktionskosten von einem Kubikmeter Schnee bewegen sich zur Zeit zwischen 1,25 Euro und 4,00 Euro (ohne Abschreibungskosten für die Technik und Finanzierungskosten).
Um eine optimale Pistenqualität während der ganzen Skisaison zu gewährleisten, werden in einem mittleren Skigebiet mit einer Fläche von 500000 m2 bisher erfahrungsgemäß ca. 325000 m3 Maschinenschnee produziert und verteilt. Durch den Einsatz von snowMeter wird die Menge des erforderlichen Maschinenschnees für eine flächendeckende Schneehöhe von 50 cm auf 250000 m3 reduziert. Die Ersparnis beträgt 75000 m3 oder 93750  , wenn man einen Kubikmeterpreis von 1,25  zugrunde legt. Eine Amortisation des Systems ist daher je nach Ausstattung in ein bis zwei Saisonen möglich.
Die Bedienung von snowMeter ist relativ einfach und das System ist technisch ausgereift, so dass die Pisten in wesentlich kürzerer Zeit optimal präpariert werden können, erklärt Josef Fichtl. Ich bin daher überzeugt, dass die Schneehöhenmessung mit GPS/GNSS Technik in den nächsten Jahren in den Pistenfahrzeugen zum Standard wird, so Fichtl abschließend.